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Norbert Reithofer » Der neue BMW-Chef präsentiert den 7er mit Wasserstoffantrieb schneller als geplant und übt damit Druck auf die Mineralölindustrie aus. 

Der neue BMW-Chef Norbert Reithofer meint es ernst mit der Produktoffensive: Bereits im kommenden Frühjahr, zwei Jahre früher als geplant, bringt BMW 100 Exemplare des 7er-Modells mit einem schadstofffreien Wasserstoffantrieb heraus. 

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Schon vor seinem Amtsantritt Anfang September hatte Ingenieur Reithofer angekündigt, alternative Antriebe wie Hybrid und Wasserstoff-Verbrennungsmotor zu fördern. Die für das Frühjahr in Aussicht gestellte Limousine läuft unter dem Namen Hydrogen 7, basiert auf dem Modell 760 Li und kann wahlweise mit Wasserstoff oder Superbenzin betrieben werden. Ein Druck auf die H2-Taste am Lenkrad genügt und der Auspuff stößt nur noch Wasserdampf aus. Ob Wasserdampf oder Superbenzin – in beiden Fällen verfügt der Zwölfzylinder über 260 PS und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 Stundenkilometern. Die Schadstofffreiheit hat allerdings ihren Preis: Die Herstellung eines Hydrogen 7 kostet etwa drei Mal so viel wie die des vergleichbaren 760 Li, der für rund 120 000 Euro angeboten wird. Grund für den höheren Preis ist vor allem der aufwändige Tank, der 170 Liter Wasserstoff fasst. Diese Menge wiegt 7,8 Kilogramm und reicht für 200 Kilometer. Gelagert wird der Treibstoff bei minus 253 Grad Celsius im gut isolierten Tank. 

Mit dem Wasserstoff-BMW erhöht Reithofer den Druck auf die Mineralölindustrie, denn noch gibt es bundesweit nur sechs öffentliche Wasserstoff-Tankstellen. Bis zum Jahresende soll in Zusammenarbeit mit Total eine weitere in München entstehen. „Zu wenig Bedarf“, begründet die Mineralölindustrie die geringe Zahl. „Keine Tankstellen“ konterten bisher die Autobauer auf die Frage, warum keine Wasserstoffautos angeboten werden. Im Gegensatz zum Hydrogen 7 werden die ebenfalls mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzellenautos der Konkurrenz aber frühestens 2012 marktreif sein. 

Der Wasserstoff-BMW soll vorerst als Premiumangebot in Ballungsräumen an Schauspieler, Manager oder Politiker vor allem verleast werden. In dem Fullservice-Angebot ist die Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch einen Servicetechniker genauso enthalten wie der notwendige Wasserstoff. Die Mietpreise stehen noch nicht fest, spekuliert wird über subventionierte monatliche Raten von rund 400 Euro. 

juergen.rees@wiwo.de 

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