Faible für den Islam

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Hero » Der Produzent von Konfitüre, Müsliriegeln und Babykost setzt auf den Nahen und Mittleren Osten. 

In Deutschland gilt Arend Oetker als führender Hersteller von Marmeladen (Schwartauer Werke) und Körnerriegeln (Marke Corny). Expandieren will der Spross der gleichnamigen Industriellenfamilie im Ausland – etwa im Nahen und Mittleren Osten. 

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„Wir haben ein Faible für den Islam“, bekennt Oetkers starker Mann Stefan Heidenreich , der die Konzernholding Hero in der Schweiz steuert. Zu ihr gehören seit 2002 auch die Schwartauer Werke in der Nähe von Lübeck. Voraussichtlich diesen Sommer wird Hero mit dem türkischen Nahrungsmittelkonglomerat Ülker ein Gemeinschaftsunternehmen in der Nähe von Istanbul gründen. Das Joint Venture soll zukunftsträchtige Produkte für gesunde Ernährung (Fachwort: „Nutrition“) herstellen. Das wäre das zweite Unternehmen, das Hero in der Türkei nach der größten und einzigen Babynahrungsfabrik des Landes bei Ankara betreibt. 

Parallel wird Hero 2006 in die Säuglingsverpflegung in Ägypten einsteigen. Dazu will Oetker sich in der Nähe von Kairo finanziell engagieren. Dort stellen Ägypter mit Beteiligung des Staates bereits Babymilchnahrung her. Beide Projekte sollen dazu beitragen, dass sich der Anteil des Hero-Umsatzes in der Türkei und im Nahen und Mittleren Osten bis 2009 mindestens verdoppelt. Mehr Zahlen hierzu nennt Oetker traditionell nicht. 

Bei der Expansion kann sich Heidenreich auf Oetkers blendende Kontakte stützen. An der Spitze rangiert der Türke Murat Ülker. Der polyglotte Hobbysegler und -jäger lenkt das Nahrungsmittelkonglomerat Ülker, das neben Koç (Marke Beko) zu den großen Familienkonzernen der Türkei zählt. Beste Beziehungen unterhält Oetker auch zu dem Istanbuler Geschäftsmann Cüneyd Zapsu , dem die landesweite Discounterkette BIM mitgehört. Zapsu berät Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan in europäischen Fragen und sitzt der mächtigen türkischen Vereinigung der Haselnussproduzenten vor. In Ägypten ist Oetker durch den Erwerb eines Konfitüreherstellers zum größten Marmeladeproduzenten Afrikas aufgestiegen und bestens verdrahtet. An dem Unternehmen namens Vitrac war Ahmed al-Maghrabi beteiligt. Der Ägypter ist heute Tourismusminister seines Landes und berät Oetker im Beirat von Hero. 

reinhold.boehmer@wiwo.de 

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