Flucht in dieMinikanzlei

Archiv: Flucht in dieMinikanzlei

Trendence » Eine Studie des Personalmarketing-instituts zeigt, wo die besten Juraabsolventen am liebsten arbeiten. 

Die großen Anwaltskanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller oder Gleiss Lutz sind zusammen mit dem Auswärtigen Amt die beliebtesten Arbeitgeber der Juraabsolventen. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie, die das Berliner Personalmarketing-Institut Trendence zusammen mit dem Karrierenetzwerk e-fellows.net erstellt hat. Die befragten 1273 Juraabsolventen gehören mit einer Abiturnote von durchschnittlich 1,66 und einer Punktzahl von durchschnittlich 9,7 im ersten Staatsexamen zu den Besten. 

Anzeige

Ein knappes Drittel von ihnen will „seine Laufbahn in einer Großkanzlei beginnen“, sagt Trendence-Studienleiter  Markus Pohl. Für die Law Firms sprächen das hohe Einstiegssalär von bis zu 80 000 Euro, attraktive Aufgaben und die Möglichkeit, international zu arbeiten. 17 Prozent der Befragten halten nichts vom Massenbetrieb einer Großkanzlei. Sie zieht es eher zu mittleren und kleineren Anwaltsbüros. Weitere 17 Prozent wollen in den öffentlichen Dienst. Knapp neun Prozent streben eine Karriere innerhalb der EU-Administration an. Sieben Prozent möchten am liebsten bei einem Unternehmen anheuern. 

Spitzenreiter in der Rangliste ist wie schon im vergangenen Jahr das Auswärtige Amt. Neben hervorragenden Karriereperspektiven und internationalen Einsatzmöglichkeiten ist auch die „Arbeitsplatzsicherheit ein Grund für das gute Abschneiden der Behörde“, sagt Studienleiter Pohl. 

Die befragten Absolventen haben glänzende Aussichten auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt für junge Juristen. In keiner anderen Disziplin ist der Grat zwischen Karriere und Hartz IV so schmal. Oft entscheiden ein paar Punkte im Examen über Wohl und Wehe. Wer eine schlechte Note hat, findet kaum eine Anstellung und „rettet sich mit einer Minikanzlei in die Selbstständigkeit“, sagt Cord Brügmann, Geschäftsführer des Deutschen Anwaltvereins in Berlin. Doch eine Lösung ist das laut Brügmann häufig nicht: „Viele arbeiten nebenbei noch als Taxifahrer, um halbwegs über die Runden zu kommen.“ 

andreas.grosse-halbuer@wiwo.de 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%