Archiv: Frage der Kontrolle

Welche modernen Finanzierungsformen Mittelständlern zur Verfügung stehen. 

Neben den traditionellen Finanzierungsmitteln können Mittelständler eine Reihe von modernen Instrumenten nutzen. Die Entscheidung muss gut durchdacht sein, denn bei vielen der neuen Finanzierungsformen geben die Unternehmer eine Reihe von Rechten aus der Hand. 

Die wichtigste Klasse ist das Mezzanine-Kapital , eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Die Bezeichnung ist vom italienischen Wort für Zwischengeschoss abgeleitet. Zu dieser Klasse, die auch von vielen Banken angeboten wird, werden Genussscheine, Wandel- und Optionsanleihen sowie Nachrangdarlehen gerechnet. Alle drei Arten kosten höhere Zinsen als ein klassischer Bankkredit und gewähren dem Gläubiger keine Kontroll- oder Stimmrechte. Genussscheine nehmen am Gewinn und Liquidationsüberschuss des Unternehmens teil. Wandel- und Optionsanleihen haben Anspruch auf Verzinsung, Rückzahlung des Kapitals und das Recht zur Wandlung in oder die Option auf Unternehmensanteile. Nachrangdarlehen, die ohne jede Sicherheit vergeben werden, sind am teuersten. Dafür stehen die Darlehensgeber bei einer Insolvenz hinter anderen Gläubigern zurück. 

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Verhandlungssache sind stille Beteiligungen , die von Finanz- und Privatinvestoren eingegangen werden. Ein Beteiligungsvertrag regelt nicht nur die Verzinsung, sondern auch die Kontroll- und Stimmrechte des schweigenden Gesellschafters. Bei typischer stiller Beteiligung kann die Verlustübernahme ausgeschlossen werden. Bei atypischer stiller Beteiligung beteiligt sich der Investor an Gewinn, Vermögenszuwachs und Liquidationsüberschuss. 

Meist größeren Einfluss wollen sich die Investoren sichern, die Private Equity zur Verfügung stellen. Das nicht börsennotierte Eigenkapital wird insbesondere von Beteiligungsgesellschaften bereitgestellt. Die Finanzinvestoren verlangen meist keine laufenden Zahlungen auf ihr Kapital, sondern versuchen, Wertsteigerungen beim Ausstieg aus dem Unternehmen zu realisieren. Bei Minderheitsbeteiligungen erlangen Private-Equity-Gesellschaften Informations- und Zustimmungsrechte. Altgesellschafter behalten weit gehend die Kontrolle. Bei Mehrheitsbeteiligungen übernehmen Investoren Zustimmungs- und Kontrollrechte. Meist schicken sie einen Vertreter in den Aufsichts- oder Beirat. Die Geschäfte führen oft die Altgesellschafter weiter. 

stefanie.burgmaier@wiwo.de | Frankfurt 

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