Frankfurt verschmäht

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Börse London » Das Interesse deutscher Mittelständler an einem IPO in London steigt. Premiere ist am 20. September. 

Rudolf van Megen und René Gawron, Vorstände des Kölner Softwareunternehmens SQS, wollen nicht länger warten. „Die Zeit für einen Börsengang ist jetzt reif“, sagt Vorstandschef van Megen, „wir können nicht ewig auf eine lukrative Börse für junge Unternehmen in Deutschland hoffen.“ SQS entschloss sich daher zu einem IPO in London. Es ist das erste deutsche Unternehmen, dass diesen Schritt wagt. Aber es wird nicht das einzige bleiben. Jochen Schmidt, beim Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim verantwortlich für den Börsengang von SQS, hält „einige Nachahmer für wahrscheinlich“. Es gebe mehrere „sehr konkrete Interessenten“, sagt Schmidt, „London wird bei IPO-Vorbereitungen heute oft als ernsthafte Alternative zu Frankfurt diskutiert.“ Derzeit sind Vertreter des Londoner Newcomer-Segments AIM auf Werbetour in Deutschland. Angespornt vom Erfolg der Briten bastelt auch die Deutsche Börse wieder an einem Segment für kleinere Wachstumsunternehmen. Allerdings: An der AIM sind bis zu 80 Fonds aktiv, während in Deutschland kaum ein institutioneller Anleger im Freiverkehr investiert. Die AIM ist daher bei kleinen Unternehmen aus ganz Europa erfolgreich. Während es in Deutschland in diesem Jahr bisher nur 16 Börsengänge gab, davon elf im Freiverkehr, und in den vergangenen Jahren fast jeder zweite Anlauf scheiterte, wagten an der AIM allein bis Ende Juni 320 Unternehmen den Gang auf das Parkett. 166 der 1250 an der AIM gelisteten Unternehmen kommen aus dem Ausland. Für SQS habe das „bessere Umfeld mit professionellen Investoren und die offenere Stimmung“ den Ausschlag für London gegeben, sagt Gawron. Die Erstnotiz ist für den 20. September geplant; die Emission wird neben Sal. Oppenheim vom britischen Broker Evolution begleitet. 

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stefan.hajek@wiwo.de 

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