Fritz StraubGeschäftsführer der Deutschen Werkstätten Hellerau

Archiv: Fritz StraubGeschäftsführer der Deutschen Werkstätten Hellerau

Einige Jahre hat es gedauert, bis sich Fritz Straub, 63, an sein Büro gewöhnt hatte. „Es war nicht möglich, den Raum individuell zu gestalten“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter der Deutschen Werkstätten Hellerau in Dresden-Hellerau. Die Lärchenholzwände stammen von 1909. Schon Unternehmensgründer Karl Schmidt residierte hier, in der DDR wurde das Unternehmen verstaatlicht, doch die Wände rührten die Direktoren des volkseigenen Betriebs (VEB) nicht an. „Das Büro ist von dem Architekten Richard Riemerschmid gestaltet und in dieser langen Zeit nie angegriffen worden“, sagt Straub, der die Werkstätten 1992 gemeinsam mit drei Partnern von der Treuhand übernahm und die Arbeit auf die stets fortgeführte Tradition des Innenausbaus konzentrierte. Von seinem Schreibtisch blickt er aus dem Erkerraum in den Innenhof des Gebäudeensembles, das „Schraubzwinge“ genannt wird: „Das ist wie eine Schiffsbrücke, und ich fühle mich halb im Hof, halb im Haus“, sagt Straub. Heute beschäftigen die Werkstätten, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Massenmöbelproduktion erfanden, 110 Mitarbeiter. Sie haben unter anderem im Auswärtigen Amt, in den Vorstandsbüros der Nord/LB, der Dresdner Synagoge und verschiedenen Megayachten der Lürssen-Werft die Innenräume gestaltet. Seinen Schreibtisch hat Straub erst Jahre später in sein Büro geholt. „Er konkurriert nicht mit dem Holz.“ Anfangs teilte er sich den Doppelschreibtisch mit einem Kollegen, heute liegen auf der einen Hälfte Bücher, die Straub für die Arbeit nutzt. Dabei sitzt er gelegentlich auf dem Drehhocker. Die mit Intarsien versehenen Wandpaneele und Schränke sehen aus, als beherbergten sie Geheimfächer. Doch Straub beteuert: „Ich habe noch keines gefunden.“ thorsten.firlus@wiwo.de 

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