Front gegen Bahn-Mehrheit

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Hartmut Mehdorn » Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn will die Mehrheit am Duisburger Hafen erwerben. Die Konkurrenten laufen Sturm. 

Seit die Übernahme des Hamburger Hafens Anfang des Jahres scheiterte, weiß Hartmut Mehdorn: Erst wenn alle Politiker nicken, kann er sich eines solchen Deals sicher sein. Doch jetzt muss der Chef der Deutschen Bahn fürchten, dass Wettbewerber ihm seine Pläne vereiteln. Die Konkurrenten wollen verhindern, dass er die Mehrheit am Duisburger Hafen übernimmt, der je zu einem Drittel dem Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW) und der Stadt Duisburg gehört. Stadt und Land will er mit dem Versprechen ködern, den Sitz der Transport- und Logistikaktivitäten, die derzeit von Berlin, Essen und Mainz aus gesteuert werden, in NRW zu konzentrieren. 

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An der Spitze der Abwehrfront steht Klaus-Michael Kühne, Mehrheitsaktionär des Frachtriesen Kühne+Nagel, gefolgt von Bernhard Kunz, dem Chef des Schweizer Unternehmens Hupac, das europaweit Lkw-Anhänger auf die Schiene verfrachtet, sowie Heinz Bartels, Vorstand beim Logistikunternehmen Imperial. „Wenn die Deutsche Bahn die Mehrheit kauft, werden wir unsere Ausbaupläne stoppen“, droht Kühne, der in Duisburg mehr als 30 Millionen Euro investiert hat. Für Hupac-Chef Kunz ist „die strikte Neutralität“ der „entscheidende Faktor für den weiteren wirtschaftlichen Erfolg“ des Duisburger Hafens. Europas größter Binnenhafen gilt als Beispiel für den Strukturwandel vom Stahlstandort zur Logistikdrehscheibe mit mehreren tausend neuen Jobs. Den Mehdorn-Kritikern ist ein Dorn im Auge, dass künftig einer ihrer größten Wettbewerber über die Hafen- und Gleisanlagen bestimmen könnte. Zur Deutschen Bahn gehört die Spedition Schenker, die mit Kühne+Nagel und Imperial um Aufträge buhlt. Darüber hinaus haben sich in Duisburg rund 20 Bahngesellschaften und -spediteure angesiedelt. 

reinhold.boehmer@wiwo.de 

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