„Geld spielt keine Rolle“

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Kieser Training » Andreas Georgiadis über die Expansion des Fitness-Unternehmens. 

Was qualifiziert Sie als Chef von Kieser Training? 

Ich bringe einiges an Erfahrung mit, war unter anderem Finanzchef Schweiz bei Ascom und Hiestand und habe im leitenden Management für Unternehmen wie Valora, Sunrise, die Tobler Holding, die Fritz Kaiser Group oder DaimlerChrysler in Berlin gearbeitet. 

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Dann backen Sie aber zurzeit kleinere Brötchen. 

Ich verdiene weniger, dafürhabe ich mehr Lebensqualität. Und ich bin erstmals voll in der Verantwortung. Bisher war ich immer in der Rolle des Ausführenden, die Lorbeeren haben andere eingeheimst. Einerseits will ich die Rentabilität der Kieser-Gruppe verbessern und weitere Betriebe unter eigener Regie eröffnen. Andererseits möchten wir unseren Brand bis Ende 2010 weltweit etablieren. Ferner geht es um die Nachfolgeregelung der Familie Kieser. 

Ein Management-Buyout oder ein Börsengang? 

Alle Optionen sind offen. 

Stark ist Kieser bisher nur im deutschsprachigen Raum. Lässt sich das Konzept exportieren? 

Davon sind wir überzeugt. In der Regel dauert es drei bis fünf Jahre, bis sich neue Märkte rentieren. 

Welche Märkte peilen sie an? 

Viel versprechen wir uns von der Expansion nach Osteuropa und Australien. Der Vertrag für Osteuropa wurde in den vergangenen Tagen unterzeichnet. Master-Franchisenehmer für neun osteuropäische Länder ist ein Arzt, der bisher in Wien für Kieser gearbeitet hat. Die Zusage einer Investorengruppe für einen zweistelligen Millionenbetrag liegt vor. Der erste Betrieb sollte im ersten Quartal 2006 in Polen eröffnet werden. Im August wollen wir für Aus-tralien und Neuseeland abschließen. Franchisenehmer ist der Inhaber einer Fitnesskette für Frauen im Raum Melbourne. Diese Kette will er verkaufen und 25 Filialen für Kieser Training eröffnen. Der Start ist für April 2006 vorgesehen. 

Und das Dubai-Projekt? 

Die Chancen stehen 50 zu 50, dass wir Anfang 2006 in Dubai eröffnen. Geplant ist eine Health-Care-City, in der medizinische Versorgung angeboten werden soll. Für den Therapie- und Kräftigungsbereich wurde Kieser angefragt. Insgesamt geht es um Investitionen von fünf Milliarden Euro – Geld scheint hier keine Rolle zu spielen. Als wir unseren Investitionsbedarf mit fünf Millionen Euro bezifferten, beschied man uns, dass es mindestens zehn Millionen sein müssten. 

Wie geht es den Kieser-Betrieben wirtschaftlich? 

Die eigenen Filialen sind profitabel. In Österreich bestehen teilweise Wartezeiten für Probetrainings von über sechs Wochen. Während die Franchisenehmer in der Schweiz sehr erfolgreich sind, ist die Situation in Deutschland schwieriger: 60 Prozent können zulegen, 30 Prozent stagnieren, und 10 Prozent haben Probleme. Nicht jeder Franchisenehmer ist ein guter Unternehmer. Da sind auch wir bei der Auswahl gefordert. 

bernhard raos | Bilanz 

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