Archiv: General Electric

Kreative Disziplin: Innovative Kultur gepaart mit schlanker Produktion. 

Schwere Teppiche, große Ölgemälde, gedeckte Farben. Die stillen Flure des General-Electric-Headquarters unweit von New York verraten nichts von der Kulturrevolution, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren erlebt hat. 

Unter Vorstandschef Jack Welch stand General Electric (GE) wie kein zweites Unternehmen für Effizienzsteigerung und für das Kostensenkungsinstrument Six Sigma. Als jedoch Jeffrey Immelt 2000 den Chefsessel übernahm, musste er feststellen, dass mit Kostensenkungen der Vorsprung und das Wachstums des Unternehmens nicht zu halten war. Six Sigma war längst auch bei den Konkurrenten Standard. 

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Immelt beriet sich mit Procter &Gamble-Chef Lafley, der im Aufsichtsrat von GE sitzt, entdeckte den Konsumgüterkonzern als Vorbild für sein Unternehmen und verordnete GE schließlich acht Prozent organisches Wachstum, und zwar durch eigene, kundengetriebene Innovationen. Als Schlüssel zu dieser Wachstumsoffensive identifiziert Immelt die Kreativität der Mitarbeiter. 

Dem GE-Management, das unter Jack Welch mit üppigen Zulagen und darwinistischer Personalpolitik auf radikale Effizienzsteigerungen getrimmt wurde, hauchte Immelt wieder schöpferischen Geist ein. Er schickte Manager zwecks kreativer Weiterbildung zu Procter & Gamble, brachte sie mit den weltbesten Kreativitätsgurus, Designern und Zukunftsforschern zusammen und forderte von jeder Abteilung stapelweise Innovationsideen ein. Die Offensive ging auf, die ehrgeizigen Wachstums- und Gewinnziele wurden erreicht. Lediglich die Börse konnte Immelt mit seiner Strategie noch nicht überzeugen. Die Aktie ist weit entfernt von ihrem Höchstkurs. 

Ein Ergebnis der neuen Innovationsstrategie ist das Programm „Ecomagination“: Im Jahresrhythmus will GE fortan umweltfreundliche Technologien auf den Markt bringen. Für solche neuen Ansätze brauche es „kreative Wachstumsmanager“, sagt Immelt. „Traditionelles Management wird nicht mehr die Wachstumsdynamik bringen, die man in einem langsam wachsenden, gesättigten Umfeld haben muss.“ 

Was aber nicht heißen soll, dass sich der Konzern von seiner Kostendisziplin verabschiedet hätte. Schließlich nützten auch die kreativsten Ideen nichts, wenn sie das Unternehmen nicht schnell und günstig umsetzen kann. 

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