„Gesunde Paranoia“

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Bill Nuti » Der Chef des amerikanischen IT-Konzerns NCR über Wachstumspläne und Abspaltungen einzelner Sparten. 

Herr Nuti, Ihr erstes Jahr als Chef von NCR neigt sich dem Ende. Wie wollen Sie den Technologiekonzern auf Wachstum trimmen? 

Ich arbeite hart daran, die Geschäftsbereiche innerhalb und außerhalb von NCR zu identifizieren, die uns wieder auf einen Wachstumspfad bringen können. Dazu sind vor allem zwei Segmente besonders geeignet: der Bereich Software zur Datenanalyse sowie das gesamte Selbstbedienungssegment. 

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Wollen Sie nur organisch wachsen, oder planen Sie auch Übernahmen? 

Da bin ich leidenschaftslos. Wir sind genauso offen für Übernahmen wie für organisches Wachstum. Wenn, dann wollen wir aber nur kleinere Unternehmen kaufen, und zwar solche, von deren Innovationen wir uns künftiges Wachstum erhoffen. Auch in Sachen Zukäufe schauen wir uns im Bereich Analysesoft-ware und Selbstbedienung um, überdies in neuen Märkten, die an unser Kerngeschäft anschließen. 

Wichtigster Wachstumstreiber von NCR war in den vergangenen Jahren die Datenanalyse-sparte Teradata. Wie lange kann sie das noch sein? 

Derzeit haben wir einen guten Vorsprung im Markt. Aber ich habe eine gesunde Paranoia: Denn in den kommenden Jahren wird es auch neue Wettbewerber geben. So erwarte ich beispielsweise, dass künftig auch Hewlett-Packard in das Geschäft einsteigt. Schließlich handelt es sich dabei um einen immer wichtiger werdenden Bereich der Unternehmens-IT. 

Wer Wachstumsraten, Zielgruppen und Geschäftsaussichten der NCR-Sparten betrachtet, könnte zum Schluss kommen, dass Teradata als unabhängiges Unternehmen noch erfolgreicher wäre.... 

Möglicherweise. Aber eine finale Antwort darauf habe ich noch nicht. Natürlich wollen wir immer die beste Entscheidung für die NCR-Aktionäre treffen. Schließlich stecken wir einen großen Teil unserer Gesamtinvestitionen in Teradata. Das gibt der Sparte erst den Spielraum, ihre Wachstumsziele zu erreichen. Daher könnte man fragen, ob Teradata unabhängig von NCR wirklich besser dran wäre. Derzeit lautet die Antwort Nein. 

Aber Teradata firmiert bereits in der Farbe Orange, im Gegensatz zum traditionellen Blau von NCR – ein erster Schritt zu einer späteren Abspaltung? 

Das ist erst einmal nur ein Indiz für die Flexibilität von NCR. Wir führen Teradata fast so, als wäre es schon unabhängig. Denn wir denken, dass ist für beide Seiten – den Gesamtkonzern und die Sparte – von Vorteil. Ich bin jedenfalls sehr stolz darauf, dass unsere Unternehmenskultur diesen Entrepreneur-Ansatz ermöglicht. 

michael.kroker@wiwo.de 

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