Archiv: Griff nach Premiere

Kai-Uwe Ricke » Der Telekom-Chef prüft einen Einstieg beim Abonnement-Sender Premiere. 

Kurz nachdem der Münchner Bezahlsender Premiere die Übertragungsrechte für die Fußballbundesliga verloren hatte, unkten Spötter, dass der Sender bald T-Premiere heißen werde. Aus dem Spaß könnte schon bald Ernst werden. Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke strebt nicht nur eine Kooperation mit Premiere an, um die Fußballbundesliga live im Internet übertragen zu können. Er prüft auch, die geplante Partnerschaft durch eine Kapitalbeteiligung abzusichern, verlautet aus Bankenkreisen. 

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Seit Monaten verhandeln Telekom-Manager mit Premiere-Chef Georg Kofler über die Details einer gemeinsamen Fußballbundesliga-Übertragung. Im Gespräch ist dabei auch die gemeinsame Entwicklung einer neuen Settop-Box, die den Zugang zum normalen Abo-Programm von Premiere ermöglicht und als Empfangsgerät für das Internetfernsehen dienen kann. 

Der Deal macht für beide Unternehmen Sinn. Ricke braucht Medienkompetenz und möglichst schnell Kunden für sein neues Hochgeschwindigkeitsnetz, das Fernsehen in HDTV-Qualität erlaubt. Kofler braucht einen Partner mit Bundesliga-Live-Rechten, damit seine Kunden beim Start der Saison 2006/07 nicht zum Konkurrenten Arena überlaufen. Solange der Staat Großaktionär bei der Telekom ist (Anteil derzeit 37 Prozent), ist jedoch nur eine Minderheitsbeteiligung möglich. Eine Mehrheitsübernahme würde wohl am Veto des Bundes-kartellamts und der Medienwächter scheitern. Beobachter erwarten, dass sich Ricke mit 25 Prozent an Premiere beteiligt. Ein Insider: Das reiche, um mit Kofler, der selbst 13,9 Prozent hält, den Sender zu steuern. 

juergen berke@wiwo.de, thomaskatzensteiner, peter steinkirchner 

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