Archiv: Großer Krimi

Stefan Baron über die neue WirtschaftsWoche am Montag 

Am 6. März beginnt eine neue Zeitrechnung: Von diesem Tag an erscheint die WirtschaftsWoche statt donnerstags immer montags. Montag ist der Tag der großen, meinungsbildenden Nachrichten-Magazine unseres Landes. Mit der WirtschaftsWoche bekommt der Montag neben Politik und Gesellschaft eine dritte Farbe – die Farbe der Wirtschaft. 

Wirtschaftsthemen haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Zeit ist daher reif für ein Magazin, das am Montag, dem Tag, an dem die Themen der Woche gesetzt werden, der Wirtschaft den Stellenwert einräumt, der ihr heute und in Zukunft gebührt, reif für ein Wirtschaftsmagazin, das nicht nur die Welt der Wirtschaft betrachtet, sondern die Welt als Wirtschaft, also die Welt aus ökonomischer Perspektive. 

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Die ist die Perspektive der WirtschaftsWoche. Und sie ist die wichtigste von allen möglichen Perspektiven. Deshalb haben wir schon vor zehn Jahren den Claim gewählt: Nichts ist spannender als Wirtschaft. 

Die Entwicklung seitdem hat uns voll und ganz bestätigt. Die dramatische Beschleunigung des internationalen Wettbewerbs durch den Markteintritt von Milliarden Chinesen und Indern, die wir Globalisierung nennen, ist ein Krimi, wie er spannender nicht sein könnte. Ein Krimi, den das Leben schreibt und der unser aller Leben von Grund auf verändert. 

Mit der Verdoppelung der Arbeitskräftezahl auf dem Weltmarkt wurde der Produktionsfaktor Arbeit im Verhältnis zu Kapital deutlich billiger, entsprechend fielen die Arbeitseinkommen im Verhältnis zur Kapitalrendite. Wo die Löhne – vor allem bei gering qualifizierten Arbeitskräften – nicht so schnell und tief fallen konnten wie die neuen relativen Knappheiten es verlangten, kam es zu Massenarbeitslosigkeit. Siehe Deutschland. 

Gehört unser Land deshalb schon zu den Globalisierungsverlierern? Ist der Aufstieg anderer Länder, allen voran China und Indien, gleichbedeutend mit dem Abstieg Europas und Deutschlands? 

Die Antwort darauf liegt bei uns selbst: Wirtschaft ist kein Nullsummenspiel. Wir können vom Aufstieg anderer Länder mehr profitieren als wir verlieren. Unser Lebensstandard kann sich weiter verbessern – auch wenn China und Indien schneller wachsen als wir und uns eines Tages einholen, ja überholen. Ohne diesen Aufstieg wäre unser Wachstum als Konsequenz einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung noch geringer als heute. Im Übrigen ist es immer noch besser, einen kleineren Teil an einem wachsenden Kuchen als einen größeren an einem schrumpfenden zu haben. 

Chinas und Indiens Importe sind unsere Exporte. Die billigeren chinesischen und indischen Arbeiter, die die Löhne unserer Arbeiter drücken, stellen auch billigere Produkte her, die dies wieder relativieren. Der intensivere internationale Wettbewerb steigert die Kapitaleffizienz und damit das Einkommen von Aktionären. 

Wenn wir zu den Gewinnern der Globalisierung gehören wollen, müssen wir daher unsere Arbeiter auch zu Kapitalisten machen, sie beständig besser aus- und weiterbilden, mittels Forschung und Entwicklung systematisch neue Industriezweige entwickeln. Nur so kann es uns auch gelingen, den Verlierern der Globalisierung in unserem Lande wenigstens ein menschenwürdiges Dasein zu finanzieren. 

Kein Zweifel: Die Globalisierung ist der große Krimi unseres Lebens. Die WirtschaftsWoche will Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, jede Woche eine neue Folge davon vorführen und beschreiben, wo die Gefahren lauern und die Chancen liegen – damit Sie und unser Land am Ende besser abschneiden. 

Dieser Krimi verdient ein größeres Publikum. Deshalb erscheinen wir vom 6. März an immer montags. 

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