Archiv: Großes Rad

Rosalia » Die Briefpostgesellschaft spricht mit weiteren Verlagen über den Aufbau eines nationalen Zustellnetzes. 

Wenn einer weiß, warum die Verlagshäuser Axel Springer, WAZ und Georg von Holtzbrinck mit ihm gemeinsame Sache machen, dann er selbst. „Man will mich als Unternehmer, der konsequent auf Wachstum setzt“, sagt Günter Thiel, Mitaktionär der Rosalia AG in Luxemburg. Mit der Unternehmensholding will der ehemalige Manager der niederländischen Post TNT zusammen mit den Verlegern deutschlandweit in die Briefbeförderung einsteigen. Hinter den Kulissen laufen überdies bereits Gespräche mit einigen Regionalverlagen, deren Zeitungsausträger bis Ende 2006 zum Aufbau eines flächendeckenden Zustellnetzes beitragen sollen. 

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Zu den „geborenen Partnern“, so ein Eingeweihter, zähle zum Beispiel die Verlagsgesellschaft Madsack („Hannoversche Allgemeine“), deren Tochter Citipost seit Jahren in Hannover Briefe zustellt und derzeit ins Hinterland expandiert. Madsack-Geschäftsführer Herbert Flecken bestätigt „erste Vorgespräche“. Für eine mögliche Beteiligung an der künftigen Rosalia-Betriebsgesellschaft, die von Berlin aus das operative Geschäft führen soll, sei es jedoch noch zu früh. „Vielleicht sind wir in einem halben Jahr weiter“, sagt Flecken. Als potenzielle Partner haben Axel Springer, WAZ, Holtzbrinck und Thiel auch den Süddeutschen Verlag („Süddeutsche Zeitung“) in München sowie den Rheinpfalz-Verlag in Ludwigshafen im Visier. Beide Verlage brächten das neue Briefquartett einen großen Schritt voran, da hinter ihnen die Medien Union in Ludwigshafen steht. Die wiederum ist größter Gesellschafter der Südwestdeutschen Medien Holding, der die „Stuttgarter Zeitung“ und die „Stuttgarter Nachrichten“ gehören. 

Die „Süddeutsche Zeitung“ trägt in München bereits Post für den Düsseldorfer Briefverteiler Net-DBS aus, den die WAZ Anfang der Woche zu 25 Prozent übernahm und in das Rosalia-Netzwerk einbringen will. 

Dass Thiel ein großes Rad zu drehen versteht, hat er schon einmal vor 20 Jahren bewiesen. 1985 gründete der gelernte Speditionskaufmann die Thiel Logistik AG und brachte das Unternehmen nach exorbitantem Wachstum durch Zukäufe im Jahr 2000 erfolgreich an die Börse. Zwei Jahre später verkaufte er es an die Unternehmensholding Delton des BMW-Erben Stefan Quandt. Auch jetzt hat Thiel es eilig. „Bis Mitte 2006“, prognostiziert er, „haben wir alle Partner an Bord.“ 

reinhold.boehmer@wiwo.de 

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