Großes Stühlerücken

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Klaus Kleinfeld » Beim radikalen Umbau von Siemens macht der Konzernchef auch vor der Vorstandsetage nicht halt. Auf der Sitzung des Aufsichtsrats Ende September will er aufzeigen, wie er sich die neue Führungsmannschaft vorstellt. 

„Niemand ist perfekt, aber ein Team kann es sein“, sagte Klaus Kleinfeld kurz nach seinem Amtsantritt als Siemens-Chef Ende Januar 2005 – und handelte. Gleich drei Vorstandsposten (Finanzen, Strategie, Technik) besetzte er neu mit Managern, die ihm vertraut waren. Doch das reicht ihm nicht. Auf der Sitzung des Aufsichtsrats Ende September steht die Verschlankung des 13-köpfigen Vorstandes auf der Tagesordnung. Bis zur Tagung der Führungskräfte Anfang Oktober in Berlin sollen die Änderungen abgesegnet sein. 

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Beim Umbau des Vorstands kommt es Kleinfeld zupass, dass Claus Weyrich, 62, und Edward Krubasik, 62, Ende September aus Altersgründen ausscheiden. Beide Posten werden nicht mehr besetzt, die Aufgaben übernimmt Hermann Requardt, 51. Zur Disposition stehen außerdem altersbedingt Jürgen Radomski, 64, Klaus Wucherer, 62, und Uriel Sharef, 62. 

Aber zur wohl wichtigsten Personalie auf der Aufsichtsratssitzung zählt Eduardo Montes, 54. Den früheren Chef der Siemens-Landesgesellschaft in Spanien hatte Kleinfeld erst im März 2006 in den Konzernvorstand geholt und an die Spitze der desolaten Netzsparte COM gesetzt. Doch kurz darauf gliederte Kleinfeld diesen Bereich aus und brachte ihn in das neue Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Erhält Montes nun eine neue Aufgabe? „Der Mann gehört zu unseren besten Managern“, sagte Kleinfeld noch vor wenigen Wochen. 

Und was wird aus Johannes Feldmayer? Sein Vertrag läuft zum 30. September 2007 aus. Feldmayer, 49, hatte sich wie Thomas Ganswindt, 54, dessen Vertrag Ende September 2007 endet und der auf eigenen Wunsch schon Ende dieses Monats ausscheidet, 2004 Hoffnungen auf den Chefposten bei Siemens gemacht. Vor allem Ex-Aufsichtsratschef Karl-Hermann Baumann hatte Feldmayer für Höheres bestimmt. Anders als Ganswindt gilt der umgängliche Feldmayer als Kleinfeld-Vertrauter, der sogar als neuer Arbeitsdirektor gehandelt wird. Offenbar unberührt vom Stühlerücken bleibt Rudi Lamprecht, der frühere Handy-Chef. Lamprecht ist – anders als Ganswindt und Ex-Finanzchef Heinz-Joachim Neubürger – auf Kleinfeld-Linie. Er betreut die Geschäftsbereiche Osram, Bosch-Siemens-Hausgeräte und die Regionen GUS, Afrika und Naher Osten. Sein Vertrag läuft bis März 2009. Falls er den Konzern doch – auf eigenen Wunsch – verlässt wie alle anderen früheren Manager der COM-Sparte, hat der 57-Jährige ein gutes Polster. 2005 verdiente er insgesamt knapp 2,4 Millionen Euro. 

angela.hennersdorf@wiwo.de 

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