Hans-Jörg SeebergerVorstandschef von EganaGoldpfeil

Archiv: Hans-Jörg SeebergerVorstandschef von EganaGoldpfeil

Meist enden Lurchis Abenteuer in den gleichnamigen Comics damit, dass dem schlauen Salamander die rettende Idee einfällt und er mit einem kräftigen Tritt das glückliche Finale erreicht. Doch diesmal brauchte das traditionsreiche Markenzeichen der Salamander Schuhe fremde Hilfe. Denn um ein Haar wäre es um Lurchi geschehen gewesen, als Ende vergangenen Jahres das deutsche Schuhunternehmen Insolvenz anmelden musste. Doch jetzt hilft einer, der Härte gewohnt ist: Hans-Jörg Seeberger, ehemaliges Mitglied der deutschen Karate-Nationalmannschaft und heute einer der größten Luxusunternehmer der Welt. Seebergers Konzern EganaGoldpfeil übernimmt die Rechte an den Marken Salamander und Lurchi sowie die besten Filialen. Unauffällig hat Seeberger ein Lifestyle-Imperium aufgebaut, das in Lizenz oder in Eigenbesitz über einige der bekanntesten Namen des internationalen Modegeschäfts verfügt: Joop, Esprit, Carrera, Pierre Cardin und Cerruti 1881. Hinzu kommen der Uhrenhersteller Junghans, die Schuhmarke Sioux und der Taschenhersteller Comtesse. Der über 60-Jährige ist ein Lustmanager, ein großer Junge, einer, der seiner inneren Stimme vertraut und Business als „mein zweites Hobby“ bezeichnet. Sein erstes war der Kampfsport. Mit 22 Jahren verzichtete er auf eine Karriere in der hessischen Polizei und schiffte sich nach Tokio ein. Er trainierte Judo, lernte Japanisch und jobbte als Deutschlehrer, Fotomodell oder Schauspieler. Mit 30 streckte ihn eine Verletzung an der Wirbelsäule nieder. Als er nach drei Tagen wieder gehen konnte, veränderte er sein Leben und wurde Geschäftsmann, erst in Japan, später in Hongkong, wo er heute lebt. Von Beginn an handelte Seeberger mit Dingen, die ihm selber gefielen: Diamanten, Perlen oder Uhren. Anfang der Achtziger übernahm er sein erstes Unternehmen, den Schweizer Uhrenhersteller Egana. Später kam der deutsche Konkurrent Dugena dazu. Anfang der Neunziger brachte er Egana an die Börse, um weitere Übernahmen zu finanzieren. 1998 kaufte er den Lederwarenhersteller Goldpfeil. 2000 folgte der Schramberger Uhrenbauer Junghans. Ende vergangenen Jahres erwarb er außerdem 77,5 Prozent an der 250 Jahre alten Porzellan-Manufaktur Ludwigsburg. Inzwischen beschäftigt Seeberger rund 5000 Mitarbeiter. Im Geschäftsjahr 2003/04 betrug der Umsatz 379 Millionen Euro, ein Plus von 36 Prozent. Der Gewinn lag bei gut 15 Millionen Euro. Seeberger arbeitet nur noch, weil es ihm Spaß macht. „Glaube ja nicht, dass du der Größte bist“, ist sein Credo. Frank Sieren 

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