Archiv: Harter Kurs

Real » Interimschef Stefan Feuerstein greift bei der Metro-Tochter durch. 

Nach dem plötzlichen Rücktritt von Real-Chef Uwe Hölzer vor gut einem Monat (WirtschaftsWoche 28/2005) greift Übergangschef Stefan Feuerstein durch. Feuerstein, der auch im Vorstand des Mutterkonzerns Metro sitzt, fährt einen knallharten Sparkurs bei Real und der Schwester Extra (zusammen rund zehn Milliarden Euro Umsatz). Nach Streichung vieler freiwilliger übertariflicher Leistungen für die 45 000 Mitarbeiter, wurde für die gemeinsame Zentralverwaltung in Mönchengladbach ein Einstellungstopp verhängt. „Ob Firmenfahrzeug, Computer oder Schreibtisch – ersetzt wird bis auf Weiteres nur, was defekt und dessen Reparatur unwirtschaftlich ist“, teilt die Geschäftsführung intern mit. Während einer Führungskräftetagung vor zwei Wochen forderte Feuerstein „unbedingte und kompromisslose Unterstützung der Kollegen auf der Fläche“. Warengruppenmanager in der Zentrale verdonnerte er, künftig zwei bis drei Tage in den Läden zu verbringen. Für Unmut in der Belegschaft sorgt die Kündigung der Betriebsvereinbarung über Kontrollen von Mitarbeitern. „Das wurde einfach platt gemacht, ohne mit uns darüber zu verhandeln“, sagt ein Funktionär der Gewerkschaft Verdi. Seit Jahresbeginn sind die Real-Märkte unter Druck. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 13,3 Millionen auf 3,1 Millionen Euro, der Umsatz von Januar bis Ende Mai um gut sechs Prozent. 

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mario.brueck@wiwo.de 

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