Heinrich WeissGesellschafter und Chef des Anlagenbauers SMS

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Dem 60 Quadratmeter großen Büro sieht man nicht an, dass hier Entscheidungen für die Lieferung ganzer Stahlwerke fallen – die SMS Group ist der weltweit größte Anbieter von Hütten- und Walzwerktechnik für die Stahlindustrie. Heinrich Weiss, 63, Hauptgesellschafter und Vorsitzender der Geschäftsführung, arbeitet hier zwei Tage pro Woche. Ansonsten ist er unterwegs zu den Kunden, wo immer auf der Welt sie sind. Die Zentrale von SMS – über zwei Milliarden Euro Jahresumsatz, 9200 Beschäftigte – steht in Düsseldorf. Von seinem Büro aus schaut Weiss auf die Silhouette der Rheinbrücken. Hinter ihm das Gemälde der japanischen Künstlerin Leiko Ikemura – in Blickweite die ungewöhnliche Plastik des Designers Kurt Weidemann. Sie zeigt auf einem hohen Stabsockel ein Auto, darin sitzend Politiker, die ihren „Claqueuren zuwinken“, sagt Weiss. Vor ihnen halten kleine Bodyguard-Figuren Maschinenpistolen im Anschlag – eine Anspielung auf den einschüchternden Auftritt von Militärdiktatoren. Die Plastik stammt aus den frühen Siebzigerjahren. Noch Anfang der Neunziger nahmen Besucher dem damaligen BDI-Präsidenten Weiss das Kunstwerk übel. „Viele fanden das anstößig, weil der Schutz von Politikern lebensnotwendig wurde“, sagt Weiss heute mit einem Lächeln. Vorn auf dem Glastisch steht ein Kolben des Mercedes-Tourenwagens, mit dem Weiss 1986 auf dem Nürburgring Deutscher Meister wurde – ein Andenken, das ihn stolz macht. Doch „die besten Ideen“, sagt Weiss, kämen ihm gar nicht hier im Büro, „sondern auf dem Fahrrad“, mit dem er am Wochenende bis zu 60 Kilometer am Rhein entlangfährt. Wenn er nicht im Cockpit seines Privatjets sitzt oder mit seinem Porsche-Turbo unterwegs ist. 

andreas.wildhagen@wiwo.de 

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