Archiv: Herbert Hainer

Adidas 

Krebs Eigentlich könnten Sie und Ihre Vorstandskollegen 2007 in Ruhe anlaufen lassen: Adidas wächst und gedeiht. Doch auch im Kosmos zählt das Kleingedruckte. Dafür muss ein Krebs wie Sie ein besonderes Auge haben. Denn einer aus dem Kreise Ihrer Führungskräfte muss sich vor Unheil hüten. Unter Ihrer verschärften Beobachtung steht Paul Harrington, der Chef des US-Sportartikelherstellers Reebok, den Sie für 3,5 Milliarden Euro gekauft haben und nun mühsam ins Adidas-Reich zu integrieren versuchen. Der Amerikaner muss die angeschlagene Marke wieder auf Kurs bringen, damit nach dem Fehlschlag mit Salomon nicht wieder ein Fiasko geschieht. In Lichtgeschwindigkeit wird das nicht gelingen. Bis die neuen Reebok-Laufschuhe in den Läden liegen und der Verbraucher reagiert, vergeht viel Zeit. Die Stunde der Entscheidung naht im dritten Quartal 2007, wenn der Handel für Frühjahr und Sommer 2008 ordert. Ungemach droht zugleich auf dem grünen Rasen. Erzrivale Nike greift nach einer der Vorzeigeadressen im Fußball: dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). 50 Millionen Euro will der US-Konzern rüberschieben, damit die DFB-Kicker nicht mehr mit den drei Streifen, sondern mit Nike-Swoosh auflaufen. Das wäre etwa so, als würde Bayern München in die Zweite Liga absteigen – seit Nachkriegsdeutschlandgedenken sind Nationalelf und Adidas eins. Zwar steht Ihnen der kämpferische Mars beherzt zur Seite. Doch ohne tiefer in die Tasche zu greifen, werden Sie die galaktische Offerte des Weltmarktführers kaum toppen können – Sterntaler reichen nicht. 

peter.steinkirchner@wiwo.de 

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