Herbert HainerVorstandsvorsitzender Adidas-Salomon

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Von Haus aus ist Herbert Hainer Fußballstürmer. Der Vorstandschef von Adidas-Salomon, dem nach Nike zweitgrößten Sportkonzern der Welt, kickte zu seiner aktiven Zeit für die Spielvereinigung Landshut in der Bayernliga, Deutschlands vierthöchster Spielklasse. Besonderes Kennzeichen des ehrgeizigen Niederbayern, der just am Vortag des „Wunders von Bern“ 1954 zur Welt kam: sein dynamischer Zug zum Tor. Den hat der 50-Jährige bis heute nicht abgelegt. Jüngster Beweis: Das Jahr 2005 ist gerade mal angepfiffen, schon hat Hainer für Adidas zwei entscheidende Treffer erzielt: beim Weltfußballverband Fifa und bei Chinas olympischem Organisationskomitee. Mit der Fifa schloss Hainer einen Kontrakt, der Adidas’ führende Stellung auf dem Markt für Fußballprodukte auf lange Sicht zementieren soll. Bis 2014 haben sich die Kickerfunktionäre und das Herzogenauracher Unternehmen aneinander gebunden. Bei allen Fifa-Turnieren darf Adidas Bälle und Schiedsrichterkleidung liefern sowie Werbung im Umfeld platzieren. Das gilt auch für die Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika und 2014 voraussichtlich in Brasilien. 351 Millionen Dollar zahlt das Unternehmen dafür. Und am Montag dieser Woche setzte Hainers Asien-Manager Christophe Bezu in Peking seine Unterschrift unter eine Vereinbarung mit Chinas Olympia-Organisatoren, die dem Konzern bei den Spielen 2008 einen Vorsprung vor der Konkurrenz verschaffen soll. Adidas, seit 1928 mit Produkten bei den Olympischen Spielen dabei, wird 2008 als offizieller Olympia-Partner alle Mitarbeiter, Freiwilligen und Funktionäre ausstatten. Zusätzlich versorgen die Franken, die die Hälfte ihrer jährlich 110 Millionen Sportschuhpaare in China produzieren lassen, alle chinesischen Athleten bei den Spielen in Peking wie auch zuvor bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 mit Trikots und Schuhen. Was das kostet, will Hainer, seit 1987 bei Adidas und seit März 2001 an der Konzernspitze, nicht sagen. Geht es jedoch darum, was der Kontrakt Adidas bringen soll, wird der frühere Procter & Gamble-Mann konkreter: Innerhalb der nächsten sechs Jahre will Adidas seinen China-Umsatz von heute weit über 100 Millionen Euro auf über eine Milliarde hochtreiben. So soll das Reich der Mitte dazu beitragen, dass Hainer seinem Ziel ein Stück näher kommt: Adidas zur „führenden Sportmarke der Welt“ zu machen. Und eines Tages vielleicht wieder zur größten. In dieser Woche wird Hainer erst einmal den Umsatz für 2004 bekannt geben: Branchenanalysten rechnen mit 6,45 Milliarden Euro nach 6,27 Milliarden 2003. Peter Steinkirchner 

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