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Anne Méaux » Die einflussreiche Beraterin arbeitet jetzt für die Deutsche Börse und soll in Paris für eine Fusion mit Euronext werben. 

Die Deutsche Börse verstärkt ihren Kampf um die Mehrländerbörse Euronext. Um endlich Boden zu gewinnen, hat Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni die einflussreiche Kommunikationsexpertin Anne Méaux verpflichtet. Die einstige Beraterin von Ex-Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing verfügt über gute Kontakte. „Wir wollen den Argumenten der Deutschen Börse mehr Gehör verschaffen und deutlich machen, dass es sich um ein sehr interessantes Angebot handelt“, heißt es bei Méauxs Agentur Image Sept. 

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Das Wochenmagazin „Nouvel Observateur“ zählt Méaux zu den 200 einflussreichsten Personen Frankreichs. Sie hat für Milliardär François Pinault, Chef des Handelskonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR), zu dem etwa Gucci gehört, gearbeitet und im Übernahmekampf zwischen Mittal und Arcelor für Mittal getrommelt. Wenn die Französin auch Unternehmer und Topmanager berät, so ist sie sicher nicht die richtige Adresse, wenn es darum geht, angelsächsische Fonds zu überzeugen, die den Großteil des Euronext-Kapitals halten. Es gilt, in der Politik die Stimmung gegen Euronext-Chef Jean-François Théodore zu drehen, der nach wie vor intensiv an dem Bündnis mit der New York Stock Exchange (NYSE) arbeitet. Méauxs Agentur weist darauf hin, dass das Angebot der Deutschen attraktiver geworden sei. Die Deutsche Börse legte dieser Tage einen Vorschlag für eine gemeinsame Satzung bei einem Zusammenschluss vor und wies darauf hin, dass ihre Offerte am 4. August jede Euronext-Aktie mit 72,17 Euro bewertete, verglichen mit 68,82 Euro beim NYSE-Angebot. 

Zwar sah eine Euronext-Sprecherin in dem Vorschlag „nichts Neues“, doch die Klärung noch offener juristischer Fragen könnte sich hinziehen. Méaux, die nicht vergisst, auf die große Bedeutung einer europäischen Allianz für Europa hinzuweisen, hat deshalb wohl noch Zeit, Überzeugungsarbeit zu leisten. Aus der Politik kommen bereits zunehmend Signale zugunsten eines europäischen Bündnisses. 

gerhard.blaeske@wiwo.de I Paris 

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