Archiv: Hoch flexibel

Technik+Wissen Top-Experten zeigten auf einer WirtschaftsWoche-Konferenz den Weg zum Weltklassewerk . 

Was steckt hinter dem Erfolg des legendären Produktionssystems von Toyota? Auf der großen Produktionskonferenz der WirtschaftsWoche vergangene Woche in Mainz erfuhren die Teilnehmer aus erster Hand, was das Konzept so einzigartig macht, dass es bis heute keinem Konkurrenten gelungen ist, es zu kopieren. Von Yoichi Tomihara, Präsident von Toyota Deutschland. Es sind vor allem exzellent geschulte Werker und der stetige Kampf gegen jede Art von Verschwendung, die den japanischen Autobauer zum Maß der Branche haben werden lassen: Keine unnötige Bewegung, keine Minute vergeuden, keinen Platz verschenken, kein Teil zu viel einkaufen – so lauten die Spielregeln, mit denen Toyota seine Produktion auf höchste Effizienz trimmt. Dabei steht nie die kurzfristige Gewinnsteigerung im Vordergrund. „Wir wollen auf Dauer der profitabelste Autohersteller der Welt sein“, erläuterte Tomihara die Unternehmensphilosophie. 

Allerdings brauchen deutsche Werke für Weltklasseleistungen weder nach Japan zu schielen, noch ins billigere Ausland zu flüchten. „Die Behauptung, Produktion in Deutschland sei zu teuer, um rentabel fertigen zu können, ist schlicht falsch“, sagte Arnd Huchzermeier, Experte für Produktionsmanagement an der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU). „Es gibt genügend Hebel, Wachstum und Gewinn zu erzeugen.“ Dabei falle dem Management eine Schlüsselrolle zu, betonte Christoph Loch von der angesehenen Wirtschaftshochschule Insead. „Es muss die Prozesse so organisieren, dass die Mitarbeiter ihre Produktivität voll entfalten können. Dann stimmen auch die Zahlen.“ 

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Dass es ein Modell für Wachstum gibt, zeigen die Beispiele der 14 Unternehmen, die auf der Konferenz ihre Erfolgskonzepte präsentierten: Die Landsberger Rational AG ist mit ihren innovativen Selbstkoch-Centern für Großküchen in wenigen Jahren zum Weltmarktführer und Börsenliebling aufgestiegen. Auftragsbearbeitung, Disposition, Produktionsplanung – die Landsberger haben das alles abgeschafft. Ein Auftrag geht direkt in die Fabrik, ein Werker baut das Gerät komplett zusammen, organisiert selbstständig den Materialnachschub. „Das macht uns ungeheuer flexibel“, sagte Firmenchef Blaschke. Trumpf montiert seine Maschinen nicht mehr an einem Platz, sondern sie wandern nach dem Vorbild des Fließbands von Station zu Station. Seither können die Schwaben mehr als doppelt so schnell liefern. 

Die diesjährigen Sieger des Wettbewerbs, den WirtschaftsWoche, WHU und Insead gemeinsam veranstalten (siehe Kasten), Rational, Varta Microbattery in Ellwangen, das Münchner Siemens-Werk für Bestückungsautomaten und ein VisteonWerk in Polen erhielten auf dem Kongress ihre Preise. Nächstes Jahr trifft sich Deutschlands Produktionselite am 24. und 25. September in Köln. Anmeldungen nimmt von sofort an Tanja Möller von Euroforum Deutschland entgegen: tanja.moeller@euroforum.com.n 

dieter.duerand@wiwo.de 

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