Archiv: Höflich gefeuert

The Apprentice » Die amerikanische Erfolgsshow des Immobilienunternehmers Donald Trump läuft künftig auch in China. Für Trump eine persönliche Genug-tuung. 

In Deutschland war die TV-Show ein Flop. Nur wenige wollten sehen, wie Fußball-Manager Reiner Calmund als Big Boss, so der Titel der Sendung, Möchtegern-Chefs und -Unternehmensgründer abservierte. Dagegen ist das Vorbild, die amerikanische TV-Show „The Apprentice“ des Immobilienmoguls Donald Trump, ein Quotenhit. Jetzt kommt die Sendung nach China – in zwei konkurrierenden Versionen. 

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Pan Shiyi, dessen Unternehmen Soho China in Peking die modernsten Wohnhäuser und Bürogebäude baut, startet mit seiner Sendung wahrscheinlich im Oktober. Dann sucht er unter mehreren Kandidaten den besten Mitarbeiter aus. Dem Gewinner bietet Pan einen Job mit einem Jahresgehalt von einer Million Yuan an, umgerechnet 100 000 Euro. „Wahrscheinlich wird der Gewinner Verkaufsdirektor oder mein persönlicher Assistent“, sagt Pan, der für jede Sendung umgerechnet 10 000 Euro kassiert. Die Verlierer will Pan allerdings nicht wie Vorbild Trump mit „You’re fired“ verabschieden. „Jemanden einfach so grob zu entlassen, zumal wenn man ihn vorher gar nicht eingestellt hat, ist nicht die chinesische Art“, sagt Pan. Er will diplomatischer vorgehen und dem Verlierer sagen: „Ich glaube, für dich gibt es woanders bessere Jobmöglichkeiten.“Die Konkurrenzsendung zu Pans TV-Show startete bereits am vergangenen Samstag, initiiert vom Hongkonger Immobilienunternehmer Vincent Lo. Allerdings sucht Lo nicht den optimalen Angestellten, sondern den besten Unternehmer. Wer nach 13 Folgen den überzeugendsten Geschäftsplan für eine eigene Business-Idee vorlegt, erhält von Lo eine Million Yuan als Anfangsinvestition. Trump wird alles dafür tun, dass Pan eine höhere Einschaltquote erzielt als Lo. Denn mit Lo hat Trump noch eine Rechnung offen. Beide hatten zusammen in eine New Yorker Immobilie investiert, die im Juni für 1,76 Milliarden US-Dollar verkauft wurde. Trump behauptet, Lo habe ihn dabei übergangen; der Verkaufspreis hätte eine Milliarde Dollar höher liegen müssen. Trumps Klage gegen Lo wies ein New Yorker Gericht allerdings ab. 

frank.sieren@wiwo.de | Peking 

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