Humanere Suchkriterien

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Es ist beruhigend, zu hören, dass der Mensch den Maschinen immer noch überlegen ist. Besonders, wenn solche Erkenntnis aus dem Mund eines Computerexperten wie Alan Eustace kommt. Als einer der Chefingenieure des Internetunternehmens Google hat Eustace dafür zu sorgen, dass die Suchmaschine aus bis zu 16 Milliarden Web-Seiten die für den Benutzer relevanten Informationen filtert – in Sekundenbruchteilen. Dies könnte kein Mensch leisten. Anders sieht es bei der korrekten Zuordnung von Informationen aus – das System sollte erkennen können, ob es sich beim Suchbegriff Jaguar um das Tier, das Auto oder die Variante eines Computersystems handelt. Die Suchmaschine schafft das aber nur, wenn sie mit zusätzlichen Informationen gefüttert wird. Der Mensch hingegen kann dank seines Vorwissens sehr effektiv nicht nur die Relevanz, sondern auch die Güte einer Information beurteilen. Daraus folgt: Die nächste Generation der Suchmaschinen muss humaner werden. 

Microsoft, Yahoo und Google bereiten dies vor, indem sie seit Kurzem ihre Nutzer ermuntern, die Qualität der Informationen zu bewerten oder handverlesene Linklisten anzulegen – Yahoo fing so einmal vor zehn Jahren an. Denn beim nächsten großen Wachstumsmarkt, dem mobilen Internet, wird das Finden und Präsentieren von Informationen im Vordergrund stehen. Die wenigsten Web-Seiten sind heute schon dafür gerüstet. Ihr Inhalt muss künftig anders aufbereitet, beispielsweise mit einem geografischen Bezug versehen werden. Und die Eingabe von Suchbegriffen muss darauf abgestimmt sein, dass die Displays der Handys erheblich kleiner sind als die Monitore von Computern. 

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Hinzu kommt: Die Toleranz des Nutzers gegenüber nutzlosen Informationen ist bei hohen Verbindungskosten sehr niedrig: Er will finden und nicht suchen. Das junge Unternehmen 4Info aus San Francisco arbeitet deshalb an einer speziellen Suchmaschine für Mobiltelefone. Auch eine Sprachsteuerung wird wieder interessant. Tellme, ein Spezialist auf diesem Gebiet, gewann gerade einen der klügsten Köpfe im Silicon Valley als Berater: Avie Tevanian, den langjährigen Softwarechef von Apple. So schnell wird der Mensch nicht überflüssig. 

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