Archiv: In heikler Mission

Delphi » Der US-Autozulieferer muss verunsicherte Kunden und Mitarbeiter in Europa beruhigen. 

Volker Barth, Chef von Delphi Europa, Naher Osten und Afrika, ist in heikler Mission unterwegs. Nachdem der amerikanische Autozulieferer Delphi für sein US-Geschäft am vergangenen Samstag Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt hat, muss Barth verunsicherte Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter in Europa beruhigen. 

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„Unser Geschäft ist davon nicht betroffen. Wir haben ausreichend Liquidität. Zudem haben wir finanzielle Vorkehrungen getroffen und unsere Kreditlinien erweitert“, sagt Barth, der die Europaaktivitäten von Delphi mit einem Umsatz von rund sechs Milliarden Euro und 55 000 Mitarbeiter verantwortet. Auch mögliche Lieferverzögerungen von Komponenten, die nur in den USA gefertigt werden, schließt der Ingenieur zunächst aus: „Wir haben unsere Lagerbestände vorsorglich aufgestockt.“ Bereits Mitte September auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frank-furt informierten Delphi-Chef Robert Miller und sein Europa-Statthalter Barth ihre Kunden über eine mögliche Insolvenz des US-Geschäftes und deren Folgen. Dabei versicherte Miller, dass die Werke außerhalb der USA wettbewerbsfähig seien und große Wachstumschancen hätten. Die Kunden befürchten zunächst einmal keine Probleme bei der Lieferfähigkeit. „DaimlerChrysler wird von Delphi weiterhin beliefert“, sagt Einkaufsvorstand Thomas Sidlik. Auch bei BMW, wo Delphi zu den 15 größten Zulieferern des Autokonzerns zählt, sieht man die gemeinsamen Projekte in absehbarer Zukunft nicht gefährdet. 

Der Delphi-Konzern, der 1999 aus einer Abspaltung von General Motors (GM) entstand, meldete Insolvenz an, um sein verlustreiches US-Geschäft besser sanieren zu können. Der nach Bosch zweitgrößte Autozulieferer der Welt (28,6 Milliarden Dollar Umsatz) leidet in den USA unter der Absatzschwäche seines größten Kunden GM sowie zu hohen Lohnkosten und Pensionsverpflichtungen. Miller, erst seit Juli Delphi-Chef, will mehrere US-Werke schließen oder verkaufen. Von den Gewerkschaften fordert er Lohnkürzungen und von GM eine Übernahme der Pensionsverpflichtungen. 

annette.ruess@wiwo.de 

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