Archiv: Indra Nooyi, 50

CEO, PepsiCo, USA 

24,4 Milliarden Euro Umsatz 

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Ihr Sprung nach ganz oben wäre beinahe gescheitert – wegen eines verbalen Fauxpas. Im Mai 2005 sagte Indra Krishnamurthy Nooyi vor Graduierten an der New Yorker Columbia University etwas Unerhörtes: Sie verglich Amerika mit dem Mittelfinger, der, „wenn unangemessen benutzt, eine negative Botschaft transportiert und uns in Schwierigkeiten bringt“. Der gebürtigen Inderin blieb nur die demütige Entschuldigung, sie liebe Amerika „unerschütterlich“. 

Der Ausrutscher ist vergessen. Vor wenigen Tagen wurde Nooyi Chefin des Getränkekonzerns PepsiCo. Sie gilt heute als Beweis, dass auch Angehörige von Minderheiten es in US-Großunternehmen bis ganz nach oben schaffen können. Nooyi wurde 1955 in Madras geboren, erwarb am Madras Christian College einen Abschluss in Chemie, Physik und Mathematik und den MBA in Finanzen und Marketing am Indian Institute of Management in Kalkutta. Sie ging im Alter von 22 Jahren in die USA und graduierte an der Yale School of Management. Die ersten Berufsjahre von 1986 bis 1993 verbrachte sie als Unternehmensstrategin bei Motorola und später bei ABB. Nach sieben Jahren bei Pepsi rückte sie 2001 zur Finanzchefin auf. Sie war daran beteiligt, dass der Brauseriese den ewigen Konkurrenten Coca-Cola, gemessen am Börsenwert, überholte – Pepsi bringt derzeit rund 85 Milliarden Euro auf die Waage. 

Nooyi gilt im Umgang mit Mitarbeitern als geradlinig, ihr wird ein messerscharfer Verstand nachgesagt – und ein extremer Ehrgeiz. Ihr Witz und Spott sind bei einigen Kollegen fast schon gefürchtet. 

Nooyi hat mit ihrem Mann Raj, einem Softwarespezialisten und Managementberater, zwei Töchter. Religion spielt für sie eine große Rolle. Sie gehört der obersten indischen Kaste an, ist ein Brahmin. In einem Meditationsraum ihres Hauses in Grennwich, Connecticut, brennen stets Kerzen. Doch häufiges Beten allein reiche nicht, um erfolgreich zu sein – gut zu planen sei wichtiger, offenbarte sie Studenten der Tuck School of Business in Hanover, New Hampshire. Und: Verändere dich, bevor du dazu gezwungen bist. Konzentriere dich auf deine Stärken. Zahlen zählen, sagt sie. Aber entscheidend seien die Menschen. Vor allem aber: „Gib zu, wenn du etwas nicht weißt. Wenn du dich verlaufen hast, bleib stehen und frag nach dem Weg.“ 

Das Fundament für die Karriere legte Mutter Shantha. „Sie forderte meine Schwester und mich jeden Abend auf, zu diskutieren“, sagt Nooyi. „Wir mussten über so etwas sprechen wie: Was würdest du tun, wenn du Premierminister von Indien wärst?“ 

An Ambitionen hat es den Nooyis nie gemangelt. 

andreas.henry@wiwo.de | New York 

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