Archiv: ist ihr Geschäft

Lauder-Erbin Aeringibt der Firma ein neues Gesicht 

1996, als Aerin Lauder und Eric Zinterhofer sich bei einer glamourösen Hochzeit auf dem Long-Island-Besitz der Lauders das Jawort gaben, ahnte niemand, dass damit unter den oberen Tausend von New York eine neue Zeitrechnung beginnen sollte. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte eine New Yorker Upper-Class-Dame keinen höheren Sozialstatus erreichen als jener Gruppe zugerechnet zu werden, die man „Ladys who lunch“ zu nennen pflegt. 

Aerin Lauder, einer der Erbinnen des von ihrer Großmutter Estée aufgebauten Kosmetikimperiums (fünf Milliarden Dollar Umsatz 2003), kommt das Verdienst zu, einen neuen Rang innerhalb des New Yorker Geldadels begründet und ihm zu höchstem Ansehen verholfen zu haben: die Spezies „Women who work“. Die 34-jährige Absolventin der Annenberg School of Communications an der Universität von Pennsylvania ist als Senior Vice-President Global Creative Directions verantwortlich für die Neuausrichtung der Flaggschiff-Marke Estée Lauder. 

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In ihrem Büro im 40. Stock des General Motors Building an der Fifth Avenue entscheidet sie über das Firmenimage – vom Verpackungsdesign bis zu internationalen Werbekampagnen. „Meine Vorstellung von Kosmetik“, sagt Aerin Lauder, „ist, dass Menschen durch die Beschäftigung mit dem eigenen Körper mehr Selbstbewusstsein und mehr Selbstliebe erlangen.“ 

Zu den Neuerungen, die die Erbin fürs Corporate Image durchsetzte, gehört zum Beispiel die Einführung neuer Gesichter. Insbesondere verpflichtete sie erstmalig ein schwarzes Model, Liya Kebede, um der vielfältigen Schönheit der Frauen Rechnung zu tragen. 

Die Mutter zweier Söhne (Jack, 5, und William, 3) sagt aus alter Familientradition: „Privates und Geschäftliches gehören immer zusammen; ich bin damit aufgewachsen.“ Ihr österreichischer Mann, Eric Zinterhofer, erfolgreicher Investmentbanker mit eigener Firma, hat damit kein Problem. „Eric ist ein anderer Typ als ich“, sagt die Erbin, „er ist sportlich, verbringt seine Zeit gern mit Freunden.“ Ihr wiederum macht es nichts aus, allein zu Galadinners, Empfängen, Fashion-Cocktails, Premieren und Wohltätigkeitsbällen zu gehen. Wie viele Society-Ladys ist die New Yorkerin in vielen Organisationen engagiert, unter anderem beim Metropolitan Museum of Arts Costume Institute. 

Obwohl Lauder ihre Kinder täglich in den Kindergarten bringt und Punkt neun am Schreibtisch sitzt, absolviert sie neben der täglichen Managementarbeit auch noch rund 200 Gesellschaftstermine im Jahr. „Ich habe viel Energie wie meine Großmutter“, sagt die Enkelin, „überhaupt habe ich viel von ihr geerbt – und wie sie halte ich eine Menge von Disziplin.“ Eine Tugend, die ihr die Analysten ebenso bescheinigen wie den kämpferischen Geist der kürzlich verstorbenen Estée. Die Familie hört es gern. 

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