Archiv: IT neu bewertet

Stan Shih » Mit seinerKapitalgesellschaft will der Acer-Gründer seinem Heimatland Taiwan helfen, zum Silicon Valley Asiens aufzusteigen. 

Anfang dieses Jahres hat Stan Shih zwar jede operative Verantwortung beim taiwanischen Computerkonzern Acer abgegeben, den er 1976 gegründet hatte. Doch zum Golfspielen fühlt sich der 61-Jährige zu jung. Deshalb rief er das Risikokapital- und Beratungsunternehmen ID SoftCapital ins Leben. Mit Gesamtbeteiligungen in Höhe von rund einer Milliarde Dollar sowie einem Fondskapital in Höhe von rund 480 Millionen Dollar im Rücken will Shih helfen, die IT-Industrie seines Heimatlandes umzubauen. 

Anzeige

„Taiwans Zukunft ist die eines asiatischen Zentrums für IT-Innovationen, ähnlich wie es das Silicon Valley für Nordamerika ist“, behauptet Shih. Für ihn steht das Kürzel IT nicht länger nur für Informationstechnologie, sondern für Indien-Taiwan. „Die Verbindung der Hardware-Kompetenz Taiwans und des Software-Know-hows in Indien zusammen mit dem Potenzial des chinesischen und indischen Marktes – so lautet der Weg in die Zukunft“, sagt Shih. Indische IT-Unternehmen will er davon überzeugen, Niederlassungen in Taiwan anzusiedeln. „Warum gehen die Inder nicht direkt nach China? Weil ihnen der Marktzugang fehlt. Mein Ansatz ist, ihnen hier als Brücke in den chinesischen Markt zu dienen.“ Schon heute würden mehr und mehr einfache Fertigungsaufgaben nach China verlagert. Das sei wegen der begrenzten personellen Ressourcen Taiwans sogar positiv, denn das lasse Raum für neue, höherwertige Aktivitäten. „Man sollte in Taiwan nur noch Forschungslabors einrichten und sich auf Markenbildung, Werbung und Dienstleistungen konzentrieren“, fordert Shih. Eben genau das, was er selbst mit Acer vorexerziert hat. Ende 2001 spaltete er die Computerfertigung in das Unternehmen Wistron ab, entließ zugleich seine Multimediasparte unter dem Namen BenQ in die Unabhängigkeit und konzentrierte sich fortan auf den Aufbau einer weltweiten Marke Acer. „Ich möchte mehr Leute vom Branding überzeugen“, sagt Shih. „Nach 40 Jahren des industriellen Aufbaus in Taiwan sollte uns das helfen, eine noch bessere wirtschaftliche Position einzunehmen.“ 

michael.kroker@wiwo.de 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%