Jürgen ThomasVater des Super-Airbus A380

Archiv: Jürgen ThomasVater des Super-Airbus A380

Flugzeuge sind seine Passion. Darum sitzt Jürgen Thomas, Airbus-Vorstandsmitglied und Sonderberater des Airbus-Chefs Noël Forgeard für das A380-Programm, trotz seiner 67 Jahre immer noch Tag für Tag an seinem Schreibtisch in Toulouse. Mit dem Rollout des ersten Airbus A380 an diesem Dienstag hat der gebürtige Leipziger den Gipfel seiner Karriere erreicht. Thomas gilt als Vater des größten jemals gebauten Zivilflugzeugs, das je nach Version 555 bis 880 Passagieren Platz bietet – rund ein Drittel mehr als das größte Modell 747 des amerikanischen Airbus-Konkurrenten Boeing. Als Thomas 1962 nach dem Studium an der Technischen Universität München seine erste Stelle bei der Ernst Heinkel Flugzeugbau in Speyer antrat, war die Boeing 707 mit maximal 190 Plätzen das größte Passagierflugzeug der Welt. Heinkel fertigte zweisitzige Segelflugzeuge vom Typ „Greif 2“. Erst wenige Jahre zuvor war das nach dem Krieg von den Alliierten erlassene Produktionsverbot für die deutschen Flugzeughersteller gefallen. 1965 wechselte Thomas zu den Vereinigten Flugtechnischen Werken (VFW), die vier Jahre später mit Messerschmidt Bölkow Blohm (MBB) verschmolzen. 1976 kam er zu Airbus und übernahm dort erstmals Führungsverantwortung bei der Konstruktion von Großraumflugzeugen – zunächst als Chefingenieur für den neuen A310, anschließend als Programm-Manager für die gesamte A300/A310-Fertigung. Mit kleineren Flugzeugen hat Thomas sich nur kurz beschäftigt: Nach seiner Rückkehr zu MBB 1988 wurde er Managing Director für das MPC-Programm zur Entwicklung eines neuen 100-Sitzers, zwischen 1991 und 1992 leitete Thomas den Gesamtbereich Regionalflugzeuge bei der damaligen Deutschen Aerospace (Dasa), die 1989 MBB übernommen hatte. Seit 1993 hat der Ingenieur nur noch mit ganz großen Vögeln zu tun – zunächst sogar gemeinsam mit seinen Boeing-Kollegen: Bis 1995 war er europäischer Projektleiter der von Airbus und dem Erzrivalen gegründeten Arbeitsgruppe American-European VLCT (Very Large Commercial Transport) zur Konstruktion eines Nachfolgers für den bis dahin größten Jet, die Boeing 747. Als die Amerikaner sich aus der Arbeitsgruppe zurückzogen, gründete Airbus seine eigene Large Aircraft Division, 1996 wurde Thomas deren Leiter und Mitglied des Airbus-Vorstands. Mit dem A380-Programm vollendet der Flugzeugingenieur sein Lebenswerk. Im April soll der A380 zu seinem Erstflug abheben – für Thomas der wohl wichtigste Termin in seinem langen Berufsleben. Hans-jürgen klesse 

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