Archiv: Kampf um Kultkäfer

Filmbranche » Große deutsche Kinoketten drohen damit, „Herbie fully loaded“ zu boykottieren, und heizen so den Streit um die Zweitvermarktung an. 

Am 4. August soll der Kultkäfer „Herbie“ wieder über Deutschlands Kinoleinwände rollen. Zumindest bei den großen Kinoketten droht die Premiere jedoch auszufallen. Der Betreiber CineStar will zum ersten Mal einen Film überhaupt nicht ausstrahlen. Grund für den Boykott ist ein Streit zwischen Kinobetreibern, Filmverleihern und Produzenten um die so genannte Zweitvermarktung per DVD oder Video. Cinemaxx und UCI wollen nach Informationen der WirtschaftsWoche beim derzeitigen Verhandlungsstand ebenfalls darauf verzichten, den Film zu zeigen. Zwischen der ersten Kinoausstrahlung und der Zweitvermarktung liegen bisher sechs Monate. Diese Frist ist zwar nur für in Deutschland produzierte und geförderte Filme gesetzlich vorgeschrieben, wurde bisher aber auch bei fast allen anderen Produktionen eingehalten. „Grundsätzlich möchten wir natürlich an der Sechs-Monats-Frist festhalten“, sagt Jan Oesterlin von der CineStar-Gruppe. Anders die Filmproduzenten und Verleiher: Aus Sorge vor der rasant zunehmenden Verbreitung von Raubkopien und den damit sinkenden Einnahmen aus dem DVD-Geschäft versuchen sie zurzeit, die Zeitspanne zu verkürzen, um rascher an das Geld aus der Zweitvermarktung zu kommen. Die Walt-Disney-Tochter Buena Vista, die „Herbie fully loaded – Ein toller Käfer startet durch!“ in Deutschland vertreibt, hat beispielsweise den DVD-Verkauf bereits für Anfang Dezember geplant – nur vier Monate nach dem Kinostart, aber gerade noch rechtzeitig für das Weihnachtsgeschäft. Ein Kompromissmodell zwischen den Kinobetreibern und den Produzenten und Verleihern sieht vor, als Ausgleich für eventuell verkürzte Fristen zwischen dem Kinostart und der Zweitvermarktung die Leihmieten für die Kinobetreiber zu senken. Buena Vista wollte die Vorgänge nicht kommentieren. Arne Schmidt von Cinemaxx droht mit weiteren Ausfällen, sollten sich beide Seiten nicht bald einigen: „Wir werden jeden Einzelfall genau überprüfen und notfalls auch andere Filme aus dem Programm streichen.“ 

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patrick mönnighoff 

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