Keine Karos für Frettchen

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Burberry » Die künftige Chefin muss dringend das Image der britischen Modemarke aufpolieren. 

Wieder soll eine Amerikanerin das britische Modehaus Burberry retten: Angela Ahrendts, Vize-Vorstandschefin des US-Textilherstellers Liz Claiborne (DKNY Jeans, Juicy Couture, Mexx), kommt Anfang nächsten Jahres nach London, wird sich ein halbes Jahr als Executive Director einarbeiten und am 1. Juli die Nachfolge der 54-jährigen Rose Marie Bravo als Vorstandsvorsitzende der Burberry Group übernehmen. Die Ziele für die neue Chefin sind hoch gesteckt. 

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Ahrendts soll Burberrys Präsenz in Nordamerika ausbauen, das bisher mit 15 Prozent zum Gesamtumsatz beiträgt. Außerdem muss sie das Kunststück vollbringen, beim Spagat zwischen Massengeschäft und Exklusivität das Image der Nobelmarke aufzupolieren. Denn in letzter Zeit hat der Karo-Look von Burberry durch viele billige Nachahmer an Attraktivität verloren. Vorgängerin Bravo, die 1997 aus New York nach London gekommen war, hatte es zwar geschafft, das unverwechselbare Burberry-Muster mit einer cleveren Strategie sowie mithilfe des Ex-Gucci-Designers Christopher Bailey und des Supermodels Kate Moss als jung, hip und edel zu vermarkten. Doch der Glanz ist verblasst, seit britische Fußball-Hooligans das Burberry-Karo für sich entdeckten und Kate Moss’ Kokain-Konsum Schlagzeilen machte. Burberry sah sich auch gezwungen, einer englischen Tierhandlung mit Klage zu drohen, weil sie Schal und Mütze im Burberry-Design für Frettchen angeboten hatte. Weltweit verlangsamte sich das Umsatzwachstum im vergangenen Halbjahr von 14 auf drei Prozent, in Großbritannien ging der Umsatz gar zurück. Kein gutes Vorzeichen für die Pläne von Mehrheitsgesellschafter GUS, der seine 66 Prozent an Burberry im Dezember verkaufen will. 

Auf Ahrendts richten sich daher große Hoffnungen. Die Tochter eines ehemaligen Fotomodells gilt als Workaholic mit exzellenter Spürnase für Modetrends und gute Designs. Wenn sie zu Burberry wechselt, wird die dreifache Mutter zur bestbezahlten Managerin Großbritanniens. Zusätzlich zu ihrem Basissalär von 1,05 Millionen Euro wurden ihre mehrere Zusatzleistungen zugesagt, die ihr ein Gesamtjahreseinkommen bis zu 7,3 Millionen Euro bescheren könnten. Enthalten ist darin auch ein jährlicher Betrag für Bekleidungskosten: 20 267 Euro. 

yvonne.esterhazy@wiwo.de | London 

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