Keine Zeit fürs Parlament

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Bundestagswahl » Auch im nächsten Bundestag werden nur wenige Unternehmer sitzen. 

Ganz gleich, wer gewinnt: An Unternehmern wird es auch dem nächsten Bundestag mangeln. Grund: Management und Mandat lassen sich kaum miteinander vereinen. Selbstständige, Freiberufler, Landwirte gibt es reichlich unter den Kandidaten; auch Unternehmer, die ihr oft kleines Geschäft eher nebenberuflich betreiben, ziehen wieder in den Bundestag ein wie etwa Veranstalter Christian Freiherr von Stetten (CDU, 35, Schwäbisch Hall-Hohenlohe), ein Geschäftsführer eines Garagenunternehmens wie Albert Rupprecht (CSU, 37, Weiden) oder ein geschäftsführender Gesellschafter wie Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (CSU, 33, Kulmbach) , der zurzeit die „Freiherrlich von und zu Guttenberg’sche Hauptverwaltung GmbH“ in München liquidiert. Allein echte Unternehmer werden so rar sein wie ehedem. Die Grünen stellen keinen einzigen; die SPD nur Klaas Hübner (38, Neugattersleben). Hübner leitet den wirtschaftsnahen Seeheimer Kreis in der Fraktion; die Leitung seines Metall verarbeitenden Betriebs (220 Mitarbeiter) hat er in die Hände eines Geschäftsführers gelegt. In der Union gibt es vor allem zwei erfahrene Männer: Peter Rauen (60, Bitburg), der sein Bauunternehmen 2003 stilllegen musste, und Michael Fuchs (56, Koblenz). Fuchs hat seinen Beruf mit dem Mandat verbinden wollen – und 2001 kapituliert. Seither lenkt ein Vorstand Fuchs’ Großhandelsunternehmen. Erstmals in den Bundestag einziehen wird Frank Steffel (39, Berlin), Chef eines Großhandels für Raumausstattung (440 Mitarbeiter). Die Doppelbelastung traut er sich nur zu, weil er in Berlin lebt. Die FDP wird mindes-tens vier Unternehmer stellen. Markus Löning (45, Berlin) betreibt mit seiner Frau seit 1998 eine Werbeagentur; Harald Leibrecht (43, Neckar-Zaber) steht mit an der Spitze einer Privatuniversität – und besitzt ein Touristikunternehmen mit 800 Mitarbeitern, dessen Geschäfte der Vater und vier Brüder führen. Auch Heinrich Kolb (49, Groß-Zimmern) teilt sich die Arbeit in zwei Metall verarbeitenden Betrieben in Hessen (30 Mitarbeiter) und in Landsberg bei Halle (35) mit seinem Bruder. Ergänzt wird das Trio von Vollblutunternehmer Paul Friedhoff (62, Kleve), der 1997 sein Unternehmen verkaufte und seit 2002 ein neues aufbaut. Friedhoff will seine Gesellschaftertätigkeit nicht ruhen lassen. 

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dieter.schnaas@wiwo.de | Berlin,daniel delhaes | Berlin 

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