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Toshiyuki Shiga » Nissans Chief Operating Officer hat von seinem Chef Carlos Ghosn eine anspruchsvolle To-do-Liste erhalten. 

Die meisten seiner Kollegen dürften ihn beneiden – bei rund zehn Prozent Umsatzrendite und solidem Wachstum, könnte sich Toshiyuki Shiga, Chief Operating Officer von Nissan, entspannt zurücklehnen. Doch Carlos Ghosn, Chef von Renault und Nissan, gönnt Shiga keine Pause. Unter dem Titel Value-Up hat Ghosn dem japanischen Autohersteller einen strammen Dreijahresplan verordnet. 

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Bis März 2008 will Nissan rund 4,2 Millionen Autos pro Jahr verkaufen, etwa 600 000 mehr als derzeit. Und das, ohne die Rendite zu gefährden. Leicht wird das nicht: Auch die Japaner kämpfen mit radikal gestiegenen Rohstoffpreisen und intensivem Wettbewerb vor allem in Europa. Shiga, der für einen japanischen Manager ungewöhnlich offen auftritt, will deshalb keine Risiken eingehen. „Wir werden nur Entscheidungen treffen, bei denen wir sicher sind, dass die Kundenakzeptanz so hoch ist, dass wir unsere Kosten wieder einspielen.“ Im Klartext heißt das: Zwar bringen die Japaner in den kommenden Jahren etliche neue Modelle wie das Klappdach-Cabrio Micra C+C auf den Markt, den derzeit heiß diskutierten Hybridantrieb führt Nissan im kommenden Jahr aber zunächst nur in den USA ein. Die dort sehr erfolgreiche Luxusmarke Infiniti dagegen soll zwar nach Europa kommen, aber erst, wenn großvolumige Dieselmotoren im Konzernbaukasten vorhanden sind. Wann das sein könnte? „Noch ist nichts entschieden, aber ich hoffe, dass wir 2008 mit Infiniti auf den westeuropäischen Markt kommen können. Dann ist der jetzige Dreijahresplan abgeschlossen und dann sollten auch die Dieselmotoren verfügbar sein, die wir dafür dringend brauchen“, sagt Nissan-Europachef Brian Carolin. Verkauft werden sollen die Autos über ein separates Händlernetz. 

Bereits von 2006 an werden die Japaner ihre in den USA erfolgreiche Luxusmarke in Russland anbieten. „Russland ist ein sehr guter Markt für Autos mit Benzinantrieb, außerdem verkaufen wir dort über freie Importeure bereits beachtliche Stückzahlen“, sagt Carolin. China betrachten die Japaner dagegen mit Vorsicht. COO Shiga: „Es ist offensichtlich, dass dieser Markt inzwischen extrem hart und wettbewerbsintensiv geworden ist. Wir wollen dort weiterhin wachsen, aber nicht auf Kosten der Profitabilität.“ 

thomas.katzensteiner@wiwo.de 

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