Archiv: KeineTabus

WestLB » Die neue NRW-Landesregierung will den Weg frei machen für eine engere Kooperation mit den Sparkassen. 

Die nordrhein-westfälische Landesregierung plant nach anfänglichem Zögern nun doch weit reichende Änderungen des regionalen Sparkassengesetzes. „Da gibt es keine Tabus, sondern ich bin bereit, über alles zu reden“, sagt der neue Finanzminister Helmut Linssen . Das käme WestLB-Chef Thomas Fischer und dem Düsseldorfer Oberbürgermeister Joachim Erwin entgegen. Beide streben eine engere Zusammenarbeit zwischen WestLB und Stadtsparkasse Düsseldorf an. 

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„Wir haben uns ein Modell überlegt, wonach WestLB und Sparkasse unter einem Holdingdach zusammengefasst werden. Die Sparkasse macht das Retailgeschäft, die WestLB alles andere“, sagt Erwin. Die NRW-Landesregierung stand diesem Konstrukt, das sich leicht um weitere Sparkassen erweitern lässt, zunächst skeptisch gegenüber, bewegt sich nun aber. „Ich bin offen für eine solche Holdingkonstruktion“, sagt NRW-Finanzminister Linssen. Die Regierung werde die Idee in ihren Gesprächen mit den Sparkassen- und Giroverbänden erörtern. Schließlich seien die integrierten Formen in Baden-Württemberg und Hessen sehr erfolgreich. Zur Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die der heutige WestLB-Chef Fischer Ende der Neunzigerjahre mitkonstruierte, gehört mit der Landesgirokasse Stuttgart auch eine Sparkasse. Und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hat gerade die Frankfurter Sparkasse gekauft. 

Vor allem die Ratingagenturen loben die Kombination von Massen- und Großkundengeschäft. Die Noten der Agenturen sind für die Landesbanken ein wichtiger Gradmesser geworden für ihre Refinanzierung an den Kapitalmärkten, seit im Juli die Staatsgarantien ausgelaufen sind. Trotzdem sind die Sparkassenverbände im Rheinland und in Westfalen-Lippe strikt gegen eine Vereinnahmung der Sparkassen durch die WestLB und verweisen auf den Vertrag zur Kapitalerhöhung im vergangenen Jahr, der eine vertikale Integration ausdrücklich ausschließt. Fusionen mit Sparkassen strebt auch die WestLB offiziell nicht an. Eine Holding könnte aber so gebaut werden, dass die Sparkassen ihre Selbstständigkeit weit gehend behalten und nur bestimmte Prozesse gemeinsam gesteuert werden. 

Gespräche über eine Änderung des Sparkassengesetzes sollen bereits in dieser Woche beginnen. Schon Ende September könnte Linssen in Neuss auf der Verbandsversammlung der rheinischen Sparkassen, zu denen auch die Stadtsparkasse Düsseldorf gehört, erste Ergebnisse präsentieren. 

matthias.kamp@wiwo.de, 

stefanie burgmaier | Frankfurt 

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