Archiv: Klare Anzeichen

Viviane Reding » Die EU-Kommissarin will die Mobilfunker zwingen, ihre Gebühren für Handygespräche im Ausland zu senken. 

Lange Zeit hatte Viviane Reding, in der EU-Kommission zuständig für Telekommunikation, gehofft, die Mobilfunkbetreiber würden ihre Preise für Telefonate im Ausland freiwillig reduzieren. „Doch was wir bisher gesehen haben, ist frustrierend“, empört sich die Luxemburgerin, „die Preise sind mehr oder weniger unverändert geblieben.“ Jetzt will sie die Unternehmen zwingen. Am Dienstag stellt sie ihren Plan vor. Eine entsprechende Verordnung soll die EU-Kommission noch vor der Sommerpause verabschieden. In der zweiten Jahreshälfte 2007 könnte sie in Kraft treten. Vorbild ist die EU-Regelung zu Auslandsüberweisungen. Sie schreibt vor, dass diese nicht mehr kosten dürfen als inländische Transaktionen. Als Brüssel dies mit Beginn des Jahres 2003 zur Vorschrift machte, sanken die Gebühren drastisch. Ähnlich will Reding den Mobilfunkern vorschreiben, für Gespräche im Ausland (Roaming) nicht mehr zu verlangen als für inländische. Die Branche ist aufgebracht. „Wenn Preise reguliert werden, kann nichts Vernünftiges dabei rauskommen“, heißt es etwa bei der Deutschen Telekom. Doch Reding hält dagegen: „Wir haben klare Anzeichen, dass der Markt nicht funktioniert.“ Nach ihren Angaben bezahlt beispielsweise ein maltesischer Handybenutzer für ein Vier-Minuten-Gespräch in Lettland 13,08 Euro, während ein finnisches Unternehmen für ein Vier-Minuten-Gespräch in Schweden nur 20 Cent fordert. 

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silke.wettach@wiwo.de | Brüssel 

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