Archiv: Klares Signal

Strenesse » Der neue Vorstandschef Peter Kappler soll vor allem die Expan-sion des deutschen Modelabels im Ausland vorantreiben. 

Mit gerade mal 31 Jahren war er bei Hugo Boss verantwortlich für den internationalen Vertrieb, bei Joop wirkte er als Geschäftsführer – Peter Kappler hatte bereits bei namhaften deutschen Labels der deutschen Modeszene gearbeitet, ehe er im Januar 2000 im schwäbischen Nördlingen beim Edelschneider Strenesse anfing. Nun wird der 41-Jährige Vorstandsvorsitzender der einzig verbliebenen unabhängigen deutschen Designermarke von Weltrang und soll vor allem das Geschäft in Asien und Amerika ausbauen. 

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Zum Wochenbeginn räumte Gerd Strehle , der Sohn der Gründerfamilie und Macher der Marke, den Vorstandsvorsitz der nicht an der Börse notierten Aktiengesellschaft. Er zieht sich auf den neu geschaffenen Posten eines Generalbevollmächtigten des Unternehmens zurück, eine Position offenbar ohne operative Aufgaben. 

Ehefrau Gabriele Strehle , um die herum die Marke aufgebaut wurde, wird weiterhin als Chefdesignerin des Unternehmens arbeiten. Die Aktiengesellschaft befindet sich bisher zu 100 Prozent in Händen der Familie Strehle, an einen Verkauf von Anteilen oder einen Gang an die Börse wird nach Auskunft aus unternehmensnahen Kreisen derzeit nicht gedacht. Schon seit längerem hatte Gerd Strehle den Generationswechsel an der Spitze des Modeunternehmens betrieben. 

Eine Zeit lang gab es auch Spekulationen darüber, ob sein Sohn Luca oder die Tochter Viktoria – beide aus Strehles erster Ehe – an die Spitze des Unternehmens aufrücken würden. Viktoria Strehle ist bei Strenesse derzeit für die acht markeneigenen Geschäfte in Deutschland verantwortlich. Daran wird sich auch in der neuen Konstellation auf Sicht nichts ändern. 

Im Ausland betreibt Strenesse erst fünf weitere eigene Läden – eine Zahl, die in Zukunft steigen könnte, denn die Berufung Kapplers an die Konzernspitze deuten Unternehmenskenner auch als klares Signal für eine stärkere Internationalisierung. Noch macht Strenesse rund 65 Prozent seines Umsatzes in Europa, den Löwenanteil davon in Deutschland. Jeweils zehn Prozent stammen aus Japan und Italien, sodass insbesondere in Asien und den USA noch Potenzial vorhanden sein dürfte. 

Nach zwei Jahren, in denen der Umsatz zuletzt im Geschäftsjahr 2003/04 auf rund 85 Millionen Euro sank und das Unternehmen hellrote Zahlen schrieb, befindet sich Strenesse, das rund 500 Mitarbeiter beschäftigt, laut Branchenkreisen derzeit wieder im Aufwind. Genauere Zahlen will das Unternehmen frühestens Ende August bekannt geben. 

peter.steinkirchner@wiwo.de, 

lothar schnitzler 

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