Klaus KleinfeldVorstandsvorsitzender von Siemens

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Marathonlaufen ist seine große Leidenschaft, damit hält er sich fit für seinen neuen Job. Und er trinkt deshalb auch lieber grünen Tee als Kaffee. In der Woche vor Ostern stärkt Klaus Kleinfeld, seit Ende Januar Chef des Elektronikkonzerns Siemens, das Wohlbefinden seines Unternehmens mit dem Kauf des amerikanischen Medizintechnikspezialisten CTI Molecular Imaging. Preis: rund eine Milliarde Dollar. Höchste Zeit, dass Siemens hier zuschlägt. Die Medizintechnik-Branche steckt längst im Übernahmerausch, nur die Münchner hielten sich bisher zurück. Dabei gilt die Medizintechnik als langfristige Wachstumsindustrie. Bereits 2004 wurden in dem Markt weltweit mehr als 230 Milliarden Dollar umgesetzt. Siemens Erzrivale, der US-Konzern GE, verleibte sich schon 2003 das britische Medizinunternehmen Amersham für 9,5 Milliarden Dollar ein. Johnson & Johnson erwarb gar Ende 2004 für 25 Milliarden Dollar das Unternehmen Guidant, einen Hersteller von Herzschrittmachern und Defibrillatoren. Der Siemens-Kauf des Spezialisten CTI für molekulare Bildgebungssysteme, die zur frühen Erkennung und Behandlung von Krebs dienen, ist zwar nur relativ ein kleiner Deal – dafür aber ein strategisch wichtiger in einem Zukunftsmarkt. Kleinfeld zieht damit immerhin schon seine zweite größere Akquisition in seiner erst kurzen Amtszeit durch. Erst vor wenigen Wochen hatte er das Anlagenbau-Geschäft des Konzerns mit der milliardenschweren Übernahme des österreichischen Konzerns VA Tech gestärkt. Genug Geld für Einkaufstouren ist da. Mehr als zehn Milliarden Euro hat Kleinfeld in der Kasse. Doch während der Manager im Anlagenbau und in der Medizintechnik munter zugreift und die Geschäfte stärkt, zeigt er sich bei anderen wichtigen Entscheidungen zögerlich – etwa in der Kommunikationssparte. Das Medizingeschäft kennt Kleinfeld allerdings bestens. Er selbst sanierte die einst unrentable Konzernsparte vor Jahren. Sie zählt heute zu den gewinnträchtigen Siemens-Geschäftsbereichen. Davon sind Informationstechnik und Telekommunikation noch weit entfernt. In den vergangenen zwei Quartalen schrieb die Siemens-Handysparte jeweils 140 Millionen Euro Verlust. Verkaufen, schließen, sanieren oder einen Partner finden – das sind nach wie vor die Optionen. Spätestens am 27. April, wenn Kleinfeld erstmals die Siemens-Halbjahreszahlen vor Analysten und Journalisten präsentiert, muss er eine Lösung gefunden haben, will er auch in diesem Geschäft das Wohlbefinden seines Unternehmens stärken. Angela Hennersdorf 

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