Archiv: Klima im Schuh

Weiß und billig, daswar einmal: Modische Renner sind Strümpfe in exklusivenDesigns und aushochwertigen Fasern. 

Die schräge Berliner Modemesse Bread & Butter widmet sich nur den „angesagtesten Marken“. Die diesjährige Trendschau Mitte Juli machte da keine Ausnahme. Zwischen allerlei „Urban-Wear“ präsentierte auch der Pariser Designer Gaspard Yurkievich seine Kreationen, darunter ganz erstaunliche Socken in Schokoladenbraun und Grau mit grünen Troddeln an den Fersen. Seit Jahren schon schrumpft der europäische Markt für Strumpfwaren. Neben preiswerten Angeboten beim Discounter und weißen Tennissocken im Sechserpack kontern die Hersteller mit Speziellem und Noblem. 

High-Tech-Faser. Heutzutage müssen Strümpfe mehr bieten, als nur nett aussehen. Atmungsaktive Running-, Ski- oder Trekking-Socken haben ein rechtes und ein linkes anatomisches Fußbett sowie eine spezielle Zehenform. Mit Ginkgo-Extrakt getränkte Reisestrümpfe fördern die Durchblutung der Beine, silberbeschichtete Socken sollen das Schwitzen mindern. Dabei sehen solche Funktionssocken längst nicht mehr aus wie tumbe Gesundheitsstrümpfe. Sie passen zum Abend-Outfit ebenso wie zur Arbeitskluft. 

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Die meisten Hersteller wollen Käufer mit luxuriöser Ware ködern. Bei Falke („Teppich im Schuh“) mit Sitz im sauerländischen Schmallenberg werden Geschäftsmänner in der „Gentlemen’s Corner“ fündig. Hier bürgen Kaschmir, Seide, Sea Island Cotton und Merinowolle für ein ideales Klima im Schuh. Der Businesskniestrumpf No. 2 ist klassisch gerippt und von Hand aus zweifädigem chinesischem Kaschmir gekettelt. Das Paar in seriösem Schwarz, Anthrazit und Dunkelblau kostet 69 Euro. Schlichte Kurzstrümpfe sind schon ab zehn Euro zu haben. Joop setzt mit seiner Frühjahrskollektion auf zarte Pastelle: Auch Männersocken sind in Rosé, Gelb und Flieder zu haben – mit eingestricktem Joop-Schriftzug. Bei den Frauen zieren Ringel, Lochmuster und Blümchenornamente die Strümpfe. Sneaker-Söckchen erhalten einen „romantischen Spitzenabschluss“. 

Kuschelsocke. Sneaker-Socken, die einstigen Shootingstars im Modehandel, gehören heute zum Standardrepertoire der Hersteller. Die knappen Füßlinge sind beliebt, weil sie in Freizeit- und Sportschuhen praktisch unsichtbar sind. Boss, Tom Tailor, Marc O’Polo, Tommy Hilfiger – alle feiern die Kurzschaftsocke bei Preisen zwischen fünf und zehn Euro. Ansonsten setzen die Hersteller vor allem auf die Gemütlichkeit daheim: Der Allgäuer Strumpfhersteller Kunert mit Marken wie Hudson und Burlington entwickelte zu diesem Zwecke seine neuen Homesocks. „Strümpfe rund um Wellness und Wohlfühlen gehören zu den großen Wachstumsfeldern“, sagt Wolfgang Erbel, Chef von Hudson Kunert Vertrieb. Ausgestattet mit einer genoppten Antirutschsohle kostet der Dreierpack 38,85 Euro. 

heike anger | unternehmen@wiwo.de 

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