Archiv: Konfliktprogrammiert

Deutsche Post » Der Logistikriese geht mit seiner E-Business-Software auf Kollisionskurs zum strategischen Partner SAP. 

Johannes Helbig räumt bei der Deutschen Post auf. Als CIO des Geschäftsbereichs Brief hat er das IT-Chaos entwirrt, eine neue Plattform für Electronic-Business aufgebaut und dabei Hard- und Software so eingestellt, dass sich Geschäftsabläufe, strategische Vorgaben und technische Aspekte besser aufeinander abstimmen lassen. Das dabei erworbene Wissen will Helbig nun auch außerhalb der Post Gewinn bringend anbieten. 

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„Wir prüfen, die Plattform auch anderen Unternehmen zugänglich zu machen“, sagte der Post-Bereichsvorstand Ende vergangener Woche auf der WirtschaftsWoche-Jahrestagung IT 2005 in Mainz. „Partner und andere Unternehmen, die nicht in Konkurrenz zu uns stehen, könnten unsere Technik nutzen – oder einzelne Komponenten direkt in die eigene IT integrieren“, meinte Helbig. 

Das Vorhaben ist intern allerdings äußerst umstritten. „Wir konkurrieren damit mit Anwendungen wie SAPs Integrationsplattform Netweaver“, räumt Helbig ein. SAP-Chef Henning Kagermann  ist einer der wichtigsten strategischen Softwarepartner von Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel . 

Denn nicht nur die Post selbst nutzt in ihrem Kerngeschäft die Programme des deutschen Softwareprimus. Auch der Konzernableger Postbank betreibt wichtige Teile der eigenen Bank-IT auf SAP-Basis. 

Außerdem hat Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann vor zwei Jahren die Abwicklung des Zahlungsverkehrs für die Deutsche Bank und die Dresdner Bank übernommen. Dabei stützt er sich ebenfalls auf Programme des deutschen Softwareriesen. 

Die Postbank stieg zu einem der führenden deutschen Transaction-Banking-Abwickler auf. Ursprünglich wollten Postbank und SAP die Zusammenarbeit erweitern. Sollte die Post jetzt allerdings ihr Geschäft mit der IT-Plattform ausbauen, dürften es bei den Verhandlungen mit SAP noch hoch hergehen. 

thomas.kuhn@wiwo.de 

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