Archiv: Konkurrenz für DSL

Kabel Baden-Württemberg » Internetsurfen und Telefonieren übers TV-Kabel wird attraktiver. Die Betreiber stocken ihre Investitionen auf. 

Wenn Georg Hofer, Chef von Kabel Baden-Württemberg, seine ehrgeizigen Ausbaupläne für Highspeed-Internet und Kabeltelefonie präsentierte, winkten die Konkurrenten erst einmal ab. Internet und Telefonie übers Fernsehkabel räumten sie hier zu Lande wenig Chancen ein, gilt Deutschland doch als Hochburg des schnellen Internetanschlusses DSL. Doch jetzt schwenken alle Kabelnetzbetreiber um. Flugs stocken sie ihre Investitionen auf. 

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Bis zum Jahr 2010 stecken die Unternehmen insgesamt 500 bis 900 Millionen Euro in die Umrüstung und die Erweiterung des Fernsehkabelnetzes. Das prognostiziert die Münchner Solon Management Consulting in ihrer jüngsten Studie. Die Zahl der Kunden, die ihr Fernsehkabel auch für das Internet nutzten, steige bundesweit von heute 145 000 auf 1,6 Millionen, sagt Solon-Kabelexpertin Dorothea von Wichert-Nick . Drei von vier dieser Internetkunden melden sogar ihren Telefonanschluss um und telefonieren über das Fernsehkabel. 

Erfolgreich werden aber nur die TV-Kabelbetreiber sein, die eine eigene Marke aufbauen und nicht länger nur wie Versorger auftreten. Genauso wichtig seien neue Vertriebskanäle und flexiblere Kundenbetreuungs- und Abrechnungssysteme, sagt Wichert-Nick. 

Dass sich Kabelinternet und Kabeltelefonie in der DSL-Hochburg Deutschland verkaufen lassen, beweist Hofer in Baden-Württemberg. 30 000 Highspeed-Anschlüsse hat sein Unternehmen dort bereits veräußert und damit längst größere TV-Kabelnetzbetreiber überholt. Allein seit Jahresbeginn hat Hofer 10 000 neue Internetkunden gewonnen, darunter viele ehemalige T-DSL-Kunden der Deutschen Telekom. Bis 2010 will er die Zahl seiner Internetkunden auf 280 000 steigern. Rund 100 Millionen Euro sollen dafür bis Ende 2006 in die Umrüstung der Netze fließen. 

Auch Roland Steindorf , Chef von Kabel Deutschland, gibt jetzt seine Zurückhaltung auf. Bis Ende 2006 will das Unternehmen, derzeit in sechs Städten aktiv, in 30 deutschen Städten die Kabelbuchse als alternativen Breitbandanschluss mit Internet und Telefonie vermarkten. 

juergen.berke@wiwo.de 

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