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Elizabeth Hurley verwaltet ihr Image so clever wie ihre Einnahmen - mit einer toughen Geschäftsstrategie. 

Da kommt sie, im kurzen, hautengen Ungaro–Kleid und auf Jimmy-Choo-Stilettos mit einer lichten Fallhöhe von gut zwölf Zentimetern. Darin muss man erst mal gehen können. Doch Liz Hurley ist nicht unsicher. Arme und Beine sind nackt und ohne Gänsehaut – obwohl der Bergwind auf dem kurzen Weg von der Limousine zur Location in einer Münchner Galerie gehörig um die Ecke pfeift. Liz Hurley ist nicht kalt. Im Gegenteil. Sie glüht von innen. 

Dass Ehrgeiz diese Glut speist, ist irrelevant. Was zählt, ist allein, dass der Funke überspringt. „Wenn sie einen Raum betritt“, so beschreibt es ihre Freundin Birgit Cunningham, Ex-It-girl und Ex-Kevin-Costner-Freundin, „will jeder Mann sie haben, und jede Frau will so sein wie sie.“ 

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Liz Hurley weiß das. Sexappeal ist ihr Kapital – und das lässt sie wie jeder gute Kaufmann für sich arbeiten. Schon als Schülerin wurde ihr von neidvollen Klassenkameradinnen „ein gewisser Hang zum Exhibitionismus“ attestiert. Dieser Hang kann sich geschäftlich gehörig lohnen, wenn das Exhibitionsstück nur attraktiv genug ist und man es überlegt einsetzt. 

„Ich bin zuallererst Geschäftsfrau“, sagt Hurley. Die Arbeit als Model und Schauspielerin sei nichts als Business: „Ich mache es nicht aus Spaß, sondern als Mittel zum Zweck.“ Der Zweck ist, Geld zu verdienen, viel Geld. Und das tut sie. Längst hat sie es zur Millionärin gebracht. 

Mit der Marke Liz Hurley. Die sicherte sich zuerst das amerikanische Kosmetikunternehmen Estée Lauder, das die Britin mit einem auf 3,7 Millionen Euro dotierten Werbevertrag als Aushängeschild engagierte. Auch heute, zwölf Jahre nach dem ersten Deal, wirbt Hurley noch für die Marke. Und das hat immer noch seinen siebenstelligen Preis. 

Und was bekommt Lauder dafür? „Mein Name und mein Image werden mit Qualität und Spitzenprodukten in Verbindung gebracht“, sagt die Werberin. Ihr Image, sagt Hurley, stehe „für Luxus und Selbstachtung, gepaart mit dem Sinn für Humor“. Seit 1994 vermakelt sie diesen Mix. In jenem Jahr machten sie ihre Kurven über Nacht bekannt, als sie mit ihrem damaligen Freund, dem britischen Schauspieler Hugh Grant, zur Premiere des Films „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ über den roten Teppich schritt. In Versace. Das 2000 Pfund teure Couturekleid bestand lediglich aus zwei knapp bemessenen schwarzen Stoffbahnen, die seitlich notdürftig von je zwölf goldenen Sicherheitsnadeln zusammengeklammert waren. Ein Fressen für die Paparazzi. Das Foto ging um die Welt. 

Seitdem ist Liz Hurley von Beruf Liz Hurley. Die Kunst der Selbstinszenierung und -vermarktung beherrscht sie perfekt. Zuweilen wundert sich die 40-jährige Tochter eines Armeeoffiziers und einer Lehrerin selber noch über den Erfolg: „Keiner in meiner Familie war bisher gut in Businessdingen.“ 

Obwohl sie zwei Büros unterhält, die sich ausschließlich um ihre geschäftlichen Verpflichtungen kümmern, ist Liz Hurley nach eigenem Bekunden arbeitswütig. „Wie eine Besessene“ würde sie arbeiten, sobald sie Sohnemann Damian erst einmal im Kindergarten abgeliefert hat. Verträge studiert sie bis ins kleinste Detail. Die Konditionen handelt sie zwar nicht persönlich aus, doch sei sie „selbstverständlich in jeden Aspekt meiner verschiedenen Verträge sehr involviert“. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist auch für Frau Hurley besser. Zwar leistet sie sich einen Buchhalter, der zwei Tage pro Woche ins Büro kommt und die finanziellen Dinge abwickelt, aber „niemand außer mir unterzeichnet je einen Scheck!“ 

Die Taler schön zusammenhalten – die Brünette mit den stahlblauen Augen geht mit ihren Einkünften auf Nummersicher. „Dem Aktienmarkt schenke ich nicht die geringste Beachtung“, sagt sie, vielmehr habe sie den größten Teil ihres Vermögens in Grundbesitz investiert. Zum Beispiel residiert die von Hurleyzusammen mit Hugh Grant und Castle Rock Entertainment gegründete Produktionsfirma Simian Films in einer von Hurleys Luxusimmobilien – einer 2,5 Millionen Pfund teuren Villa im LondonerNobel-Stadtteil Notting Hill. Sie selbst wohnt in einem eleganten Stadthaus im nicht minder fashionablen Chelsea. Die Wochenenden verbringt sie meist aufihrem Anwesen in Gloucestershire, dessen Wert Makler mit 2,7 Millionen Pfund taxieren. 

Wie den Marktwert ihrer Immobilien, so verliert Frau Hurley auch nie ihren eigenen aus dem Blick. Sie ist 40. Und rundum knackig. Noch. Höchste Zeit, noch einmal mit den Pfunden zu wuchern. Deshalb lanciert sie auf ihrer Homepage (www.elizabethhurley.com) gerade mit vollem Körpereinsatz eine eigene Strandmodenkollektion. Denn wenn sie erst mal ein paar Jährchen älter ist, dann wird sie ihren Namen wohl für andere Produkte zur Verfügung stellen. „Vielleicht steige ich in die Produktion von organischen Lebensmitteln ein.“ 

Jedenfalls glaubt sie, bei der Selbstvermarktung die Kurve vom Glamour zum Organischen mühelos schaffen zu können: „Schauen Sie doch nur mal, wie souverän Paul Newman das gemeistert hat – der produziert eines der bestverkauften Salatdressings auf der Welt.“ 

Angelika Ricard-Wolf 

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