Archiv: Leiser Luxus

Die Schuhmarke Tod’s lanciert ihre erste Prêt-à-porter-Kollektion. Kreativkopf: der amerikanische Designer Derek Lam. 

Eine Hand voll unbeteiligt dreinblickender Models schlendert durchs Pariser Ritz. Ihre schlichte Kleidung soll nicht ablenken vom stilvollen Ambiente des Traditionshotels. Luxus als Selbstverständlichkeit – dezent, zurückhaltend. Genau so will der amerikanische Designer Derek Lam die Ergebnisse seiner schöpferischen Liaison mit dem italienischen Lederwarenhersteller Tod’s verstanden wissen: anspruchsvoll gestaltete Basics aus feinsten Materialien, „a few luxury pieces“, so das Konzept der neuen Tod’s Textilien. 

Trenchcoat, Rock, Jeans, Blazer und Polo-Shirt, alles aus Materialien wie fein gewebter Baumwolle, federleichter Seide oder weichem Wildleder. „Objects“ nennt Lam die Stücke getreu seiner Designphilosophie. Frauen will der 39-Jährige anziehen, nicht überziehen. Ihre Kleidung, findet der Designer, soll nicht aufregen, sondern vielmehr anregen. 

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In moderaten Sommerfarben wie Weiß, Blau, Rot und Orange überrascht die klassische Linie mit erfrischenden Ideen und Kontrasten: Ein Herrenhemd mit lässig gekrempelten Ärmeln unter dem Polokleid aus Kaschmir wird zum coolen Hingucker. „Jedes einzelne Stück der Kollektion ist auf natürliche Weise luxuriös“, sagt Lam. In den Fünfzigerjahren hätte eine Jackie Kennedy seine Mode getragen, heute ist es Natalie Portman. 

Dass sich die wenigen Stücke der Kollektion in einem einzigen Koffer verstauen lassen, gehört zum Konzept. „Eine ideale Garderobe zum Reisen“, sagt Lam. Der 2005 mit dem Perry Ellis-Swarovski Award ausgezeichnete Designer will damit sagen: Es bedarf nicht viel, einen Sommer lang gut gekleidet zu sein. 

In Modekreisen ist der Amerikaner chinesischer Abstammung längst etabliert. Er gehört zur Generation jener jungen Modemacher, die nach Calvin Klein, Donna Karan und Co. gut situierte und vor allem moderne New Yorkerinnen einkleiden. Ein Studienabschluss an der Parson’s School of Design, Erfahrungen als Designer bei Michael Kors, die Gründung des eigenen Labels und schließlich der Durchbruch mit einem Jahresumsatz von 1,4 Millionen Dollar 2004 – Lams viel versprechender Karrierestart reizte wohl Diego Della Valle, den Kopf des Tod’s-Imperiums im Adriastädtchen Sant’Elpidio a Mare, zu dem seit den Vierziegerjahren neben der berühmten Hauptmarke weitere Luxus-labels wie Hogan und Fay gehören. 

„Derek Lam wird Kultobjekte für uns fertigen“, kündigte Della Valle bereits vor Monaten an. Das Gespür des Firmenchefs für zeitlose Produkte lässt sich in der Erfolgsgeschichte von Tod’s ablesen. Tod’s – das ist die Marke, die den Autofahrerschuh zum stehenden Begriff machte und Kundinnen hat, die bereit sind, Monate auf ihre Handtasche zu warten. 

Das Netzwerk aus gegenwärtig 105 Exklusivboutiquen und 46 Franchise-Geschäften spricht für sich. Was Lams Kollektion angeht, so ist sie eine Huldigung an eine Zeit, in der man nicht war, was man trug, sondern trug, was man war. 

Die Damenkollektion von Tod’s ist in 17 ausgewählten Flagship Stores weltweit zu haben. Der jüngste eröffnet Anfang April in Hamburg. 

Lena Elster 

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