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Zara » Unternehmens-gründer und Großaktionär Amancio Ortega bereitet seinen Rückzug vor. 

Er tritt kaum öffentlich auf und lässt sich nur selten fotografieren. Doch das Lebenswerk des 69-jährigen Spaniers Amancio Ortega ist kaum zu übersehen. Binnen 30 Jahren entwickelte er aus einem Modeladen namens Zara den drittgrößte Textilkonzern der Welt mit inzwischen 45 000 Angestellten und 2282 Shops in 56 Ländern. Nur die amerikanische Filialkette Gap und der schwedische Handelsriese Hennes & Mauritz (H&M) sind noch größer. So still und publikumsscheu wie Ortega das Unternehmen aufgebaut hat, bereitet er nun seinen Rückzug aus dem Amt des Präsidenten der Zara-Muttergesellschaft Inditex vor. 

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Seinen Nachfolger hat sich Ortega, mit einem geschätzten Vermögen von 12,6 Milliarden Dollar Spaniens reichster Mann, bereits ausgesucht: Der 58-jährige Vizepräsident und CEO José María Castellano soll Präsident werden. Der Wirtschaftsprofessor bestimmt seit 20 Jahren die Unternehmensstrategie und trieb maßgeblich die Internationalisierung und Diversifizierung voran. Neben Zara betreibt Inditex inzwischen sieben weitere Formate, darunter die Teenagermarke Bershka, das Wäschelabel Oysho, die Herrenmodekette Massimo Dutti und die Hauswarenmarke Zara Home. 

Trotz Globalisierung lässt Inditex 30 Prozent seiner Textilprodukte in Spanien fertigen, weitere zehn Prozent im benachbarten Portugal. „Nur so können wir auf neue Trends schnell reagieren“, sagt Castellano. Wichtigster Markt der Inditex-Gruppe ist nach wie vor Spanien, wo rund 45 Prozent des Umsatzes von zuletzt knapp 5,8 Milliarden Euro erzielt werden. An Bedeutung gewinnt vor allem das Geschäft in Deutschland, wo Inditex die Zara-Filialen gemeinsam mit der Hamburger Otto-Gruppe betreibt. 34 Zara-Läden existieren hier zu Lande bereits, weitere zwölf sollen noch in diesem Jahr folgen. Angepeilt wird ein Umsatz von weit mehr als 200 Millionen Euro. Für die Zukunft schließt Inditex nicht aus, alleine in Deutschland zu agieren und das Joint Venture mit der Otto-Gruppe aufzulösen. „Wir haben eine Kaufoption auf den Otto-Anteil“, sagt Inditex-Finanzchef Borja de la Cierva . 

Weltweit will Inditex in diesem Jahr 350 neue Geschäfte eröffnen und dafür bis zu 700 Millionen Euro investieren. Bis 2010 soll das Unternehmen doppelt so groß sein wie derzeit und vor allem den Erzfeind H&M überholen. 

stefanie.müller@wiwo.de | Madrid 

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