Archiv: Lust auf Glamour

Lange hießensie despektierlich Halbedelsteine – heute gelten Schmuck-steine als kostbare Hingucker. 

Der Gang über den roten Teppich gehört zum unumstößlichen Ritual jeder Oscar-Verleihung. Hier aufzufallen ist ein Muss für alle Stars und Sternchen. Und womit ginge das besser als mit strahlenden Steinchen. Im vergangenen Jahr präsentierte sich die Sängerin Beyonce Knowles mit einem außergewöhnlichen Arrangement aus Imperial-Topas, Smaragd und rosa Turmalin am Ohr – made by H. Stern, einem Juwelier der internationalen Spitzenklasse aus Brasilien. Und auch in diesem Jahr funkelt es wieder bunt in Los Angeles. 

Von der Lust auf Glamour profitiert die deutsche Schmuckindustrie. Zwar sinken die Umsätze stetig – 2005 wieder um knapp vier Prozent auf rund 761 Millionen Euro. Dafür aber wächst die Nachfrage nach schmückenden Steinen. „Der Trend geht hin zur Farbe, das beflügelt natürlich den Absatz von Farbedelsteinen“, sagt Alfred Schneider, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Schmuck und Uhren. 

Anzeige

Bunte Passion. Neben Diamanten wurden lange Zeit nur Rubine, Smaragde und Saphire als wahre Edelsteine gewürdigt – vor allem wegen ihres Seltenheitswerts. Heute gibt es aber keine halben und ganzen Kleinodien mehr. Amethyst, Topas und Co. haben aufgeholt. „Von Halbedelsteinen spricht heute keiner mehr, eine solche Abwertung haben die hochwertigen Schmucksteine auch nicht verdient“, sagt der Düsseldorfer Schmuckdesigner und Edelsteinexperte Frank Skielka. „Der Wert eines Steines bemisst sich nach seiner Größe, Farbintensität und Reinheit.“ Silberschmuck mit exquisiten Steinen bietet Skielka ab 150 Euro an. In Gold gefasste Edelsteine kosten zwischen 300 und 700 Euro. Besonders große Exemplare, etwa rare Aquamarine, reichen bis 20 000 Euro. 

Auch die Designerin Jette Joop wendet sich in ihrer neuen Kollektion „Purple Passion“ dem Schmuckstein zu. Rosaviolette Amethyste zieren Anhänger, Ohrschmuck und Ring für zusammen 2400 Euro. Bulgari, bekannt für seine bunten Kollektionen, reiht olivgrünen Peridot, veilchenblauen Iolith und gelben Citrin zu stattlichen Colliers für 35 000 Euro. 

Individueller Stein. Als Zentrum der europäischen Edelstein- und Schmuckindustrie gilt seit über 500 Jahren das rheinland-pfälzische Idar-Oberstein. In der Region arbeiten rund 2500 Beschäftigte in 450 Betrieben der Branche. „Jede Edelsteinart, die es auf der Welt gibt, ist hier verfügbar“, sagt Jörg Lindemann, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Edelstein- und Diamantindustrie. Außerdem befänden sich neben den traditionsreichen Schmuckstein-Manufakturen alle Fachleute wie Schleifer, Graveure und Goldschmiede direkt vor Ort. Zwar verspürt Idar-Oberstein in der unteren Preisklasse die Konkurrenz aus Fernost. Doch Edelsteine höherer Qualität, die individuell verarbeitet werden, bleiben gefragt. „Beliebt sind opulente Stücke“, sagt Kate Merkle, Deutschland-Chefin des Juweliers H. Stern: „Sie unterstreichen die Persönlichkeit des Trägers.“ 

heike anger 

Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%