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Detlef Wetzel » Der IG-Metall-Bezirksleiter von NRW will die Gewerk-schaft umkrempeln 

Für die IG Metall sind es ungewöhnliche Töne, die Detlef Wetzel, 52, anschlägt: „Wir vergeuden zu viele Ressourcen für politisch sicher wertvolle Aktivitäten, die aber keine neuen Mitglieder bringen.“ Die Gewerkschaft müsse „einen Paradigmenwechsel vollziehen und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren – die Tarifpolitik“, fordert der Siegerländer, der seit 2004 den NRW-Bezirk der IG Metall führt. Der Zentrale in Frankfurt und ihrem Chef Jürgen Peters ist er damit nicht ganz geheuer; Peters sieht die IG Metall eher als breit aufgestellte Kampforganisation. Der forsche Wetzel will künftig „jede Belegschaft tarif-und streikfähig machen“, 200 000 nicht organisierte Arbeitnehmer erhalten in den nächsten Wochen Post. Wetzel: „Da sich Tarifpolitik immer stärker in die Betriebe verlagert, werden gut organisierte Belegschaften künftig bessere Tarifbedingungen haben.“ Gegenüber den Arbeitgebern fährt Wetzel eine Doppelstrategie. Bei Arbeitszeit und Löhnen ist er zu Kompromissen bereit, will aber eine Besserstellung der Beschäftigten mit Gewerkschaftsausweis. In 70 Betrieben haben die NRW-Metaller Bonusverträge abgeschlossen – eine Strategie der Zweiklassengesellschaft, die auf Skepsis bei Peters und anderen Bezirksleitern stößt. Gleichzeitig droht Wetzel: „Wer Tarifflucht begeht, muss mit Attacken rechnen.“ So spürten die Metaller 31 Betriebe auf, die aus dem Arbeitgeberverband in eine tariffreie Organisation gewechselt waren – und zwangen 24 zurück. 

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