Archiv: Mathias Döpfner

Axel Springer Verlag 

Steinbock Den Start ins neue Jahr sollten Sie eher etwas ruhiger angehen lassen. Vorerst hängen die Lorbeeren sehr hoch, selbst für einen Zwei-Meter-Mann wie Sie. Lassen Sie das für einen bodenständigen Steinbock furiose Jahr 2006 erst einmal sacken. Genießen Sie die zwei Beteiligungen an TV-Konzernen in der Türkei und Polen für insgesamt 625 Millionen Euro oder die Erhöhung des Streubesitzes am Axel Springer Verlag auf knapp 26 Prozent. Damit machen Sie nicht nur die Niederlage fast vergessen, als das Bundeskartellamt Anfang 2006 die Übernahme der ProSieben Sat.1 Media AG vereitelte. Mit Ihrer Beharrlichkeit und Ihrem Ehrgeiz legten Sie zugleich den Grundstein dafür, dass Springer im kommenden Jahr ein ernst zu nehmender Kandidat für den MDax ist. Zu lange sollte Ihre Verschnaufpause allerdings nicht dauern. Ihr Flaggschiff, die „Bild“-Zeitung, leidet an Auflagenschwund – Sie können von Glück sagen, dass Konkurrenz fürs Gossenblatt nicht in Sicht ist und die großen Anzeigenkunden wenig Alternativen haben. Und geben Sie Acht! Der Einstieg ins TV-Geschäft bei Deutschlands östlichem Nachbarn wird nicht automatisch zum erfolgreichen Investment. Konkurrent Bertelsmann war ebenfalls an Polsat interessiert. Doch im Gegensatz zu Ihnen warfen die Gütersloher schon vor dem Kauftermin einen gründlichen Blick in die Bücher – und verzichteten. Immerhin verhalf die vorweihnachtliche Shopping-Tour der Springer-Aktie in lange unbekannte Sphären. Geht das 2007 so weiter, bringt Sie das Ihrem heimlichen Ziel einen großen Schritt näher: aller Welt zu zeigen, dass Springer – weil börsennotiert und -getrieben – der bessere Bertelsmann ist. 

peter.steinkirchner@wiwo.de 

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