Meg WhitmanVorstandsvorsitzende von Ebay

Archiv: Meg WhitmanVorstandsvorsitzende von Ebay

Aus dem Rennen um den Chefsessel des Walt-Disney-Konzerns ist die Chefin des weltgrößten Internet-Auktionshauses Ende vergangener Woche ausgestiegen – noch bevor Disney-Vize Robert Iger zum Nachfolger von Vorstandschef Michael Eisner ernannt wurde. Angeblich dauerte Meg Whitman der Auswahlprozess zu lange. Aufgeschoben ist dennoch nicht aufgehoben: Zwar sagte die Ebay-Chefin erst Ende 2004, sie sei der größte Glückspilz der Welt, denn sie habe „den sagenhaftesten Job, den man sich vorstellen kann“. Gleichzeitig ließ die 48-Jährige nie einen Zweifel daran, dass es für sie auch eine Zeit nach Ebay gibt. Mehrfach hat sie öffentlich betont, kein Chef solle ein Unternehmen länger als zehn Jahre führen. Whitman steht zwar erst seit sieben Jahren an der Spitze von Ebay. Aber kann sie ihren Erfolg noch steigern? Als Ebay-Gründer Pierre Omidyar 1998 die damalige Managerin des Spielzeugherstellers Hasbro anheuerte, war Ebay nicht einmal drei Jahre alt und noch immer ein typisches kalifornisches Garagenunternehmen. Mittlerweile ist das einstige Startup der größte Marktplatz der Welt: 1995, zwei Jahre nach der ersten Auktion, nutzten täglich rund eine Million Menschen das Online-Auktionshaus, heute geben rund 140 Millionen registrierte Ebayer durchschnittlich zwölf Millionen Gebote pro Tag ab. Ähnlich atemberaubend wie die weltweite Expansion entwickelte sich der Aktienkurs von Ebay, nachdem Whitman das Unternehmen Ende 1998 an die Börse geführt hatte. Seitdem hat sich der Wert der Ebay-Aktie mehr als verzwanzigfacht – eines der wenigen erfolgreichen Dotcoms. Whitman selbst ist längst finanziell unabhängig und mit einem Vermögen von 1,5 Milliarden Dollar in die Liste der 500 Superreichen der Welt aufgestiegen. Die Krönung für ihr Werk erhielt Whitman Ende 2004: Das US-Wirtschaftsmagazin „Fortune“ wählte sie erstmals zur einflussreichsten Geschäftsfrau der Welt. Inzwischen mehren sich jedoch Indizien, dass das Ebay-Wachstum in den USA und Deutschland, zwei der ältesten und wichtigsten Märkte, langsam ins Stocken gerät. Da dürfte es Whitman nicht ungelegen kommen, wenn ihr Name fällt, sobald irgendwo eine Führungskraft für einen Konzernumbau gesucht wird – siehe Disney, aber auch 3M oder McDonald's. Vielleicht ist die „Fortune“-Wahl ja auch ein Fingerzeig: Whitman verdrängte mit ihrem Aufstieg auf Rang eins Carly Fiorina, die den Spitzenplatz sechs Jahre lang gehalten hatte. Anfang Februar wurde die langjährige HP-Chefin entlassen – die Stelle ist noch frei. Matthias hohensee/Michael Kroker 

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