Mehr Freiheitim Vertrieb

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Nokia » Der weltgrößte Handyhersteller will den Handel über das Internet und über Fachmärkte ausbauen. 

Nokia-Chef Jorma Ollila will im Vertrieb unabhängiger von den Betreibern der Mobilfunknetze werden. Jahrelang haben diese Unternehmen den Verkauf der Geräte durch Zuschüsse gefördert. Jetzt straffen sie ihr Produktportfolio und kürzen die Subventionen. Ollila will deshalb alternative Vertriebswege ausbauen. Insbesondere die neuen hochwertigen Multimedia-Smartphones sollen verstärkt über das Internet und unabhängige Distributoren wie Elektronikfachmärkte abgesetzt werden. 

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„Außer den Mobilfunkbetreibern sind neue Vertriebskanäle wie etwa das Internet, unabhängige Reseller wie Carphone Warehouse oder Fachmärkte wie Media Markt wichtig für uns“, sagt Jonas Geust, weltweit verantwortlich für das Nokia-Musikgeschäft. Denn die Hauptzielgruppe für die neuen Smartphones „sind junge Leute, die sehr technikaffin sind. Und die kaufen vor allem online“, sagt Geust. Das gilt auch für das erste Nokia-Musik-Handy N 91 mit MP3-Spieler und eingebauter Festplatte, das im vierten Quartal 2005 auf den Markt kommt. Insgesamt will Nokia in diesem Jahr 40 neue Modelle präsentieren. 

Ollila steht unter Druck. Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Gartner erreichte Nokia im ersten Quartal 2005 nur einen Anteil von 30,4 Prozent am weltweiten Mobiltelefonmarkt. Im Quartal zuvor hatte der weltgrößte Handyhersteller noch einen Anteil von 33 Prozent erzielt. 

Auf Grund der härteren Konkurrenz mussten alle Anbieter ihre Preise senken, obwohl der der Markt im ersten Quartal insgesamt um 17 Prozent auf 180,6 Millionen Handys weltweit wuchs. Hinzu kam, dass die Netzbetreiber den Handyabsatz nicht mehr so fördern wie bisher. T-Mobile, die Mobilfunktochter der Deutschen Telekom, beispielsweise hat das Handy-Portfolio im ersten Quartal 2005 bereits um 20 Prozent gekürzt. „Wir haben mit dem Vertrieb verabredet, in diesem Jahr mehr als 100 Millionen Euro bei den Endgeräten einzusparen“, sagte Ulli Gritzuhn, Marketing-Vorstand von T-Mobile International auf dem T-Mobile Management Summit. Für den Einkauf einfacher Handys organisierte T-Mobile erstmals eine Internetauktion. Alle großen Mobiltelefonhersteller hätten sich an der Auktion beteiligt, sagte Gritzuhn, „die Gewinner haben T-Mobile beachtliche Preisnachlässe eingeräumt“. 

angela.hennersdorf@wiwo.de 

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