Archiv: Mensch als Sender

Mit Skinplex von Ident lassen sich Kinder schützen und Computer sichern. 

Oliver ist auf Entdeckungsreise. Der Vierjährige versucht, die Besteckschublade zu öffnen. Doch die ist mit einer Kindersicherung ausgestattet, weil sie große, scharfe Messer enthält. Bei der Handkreissäge, die vom letzten Reparatureinsatz liegen geblieben ist, hat er mehr Glück. Kreischend rast sie los, als der Knirps den Einschaltknopf betätigt. Vor Schreck lässt er ihn gleich wieder los. Die Maschine fällt zu Boden, Oliver macht sich aus dem Staub, unverletzt zum Glück. 

Eine Kreissäge, die von der Ident Technologies mit einem Identifizierungssystem ausgestattet ist, hätte sich beim Einschalten nicht gerührt. Der zusätzliche interne Schalter, der den Strom in den Motor fließen lässt, schließt sich nur, wenn der rechtmäßige Besitzer sich nähert. Der weist sich mit einem Code aus, den ein Sender in seiner Jackentasche erzeugt. Als Übertragungsmedium dient die Haut. Skinplex nennen die Entwickler das System, weil es die Leitfähigkeit der menschlichen Haut ausnutzt – der Mensch als Sender. „Die Stromstärke liegt um den Faktor 10 000 unter der Gefährdungsschwelle“, beteuert Peter Rosenbeck, Geschäftsführer des Unternehmens aus Weßling bei München. 

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Die Entwickler sehen eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten. Autos lassen sich ohne Schlüssel öffnen, ein Revolver schießt nur, wenn der rechtmäßige Besitzer ihn in der Hand hat. Das System kann Fabrikarbeiter vor gefährlichen Geräten schützen und es lässt sich als Zugangsberechtigung für Computer und Mobiltelefon nutzen. 

Die Bayern haben ein Potenzial von weit mehr als einer Milliarde Systemen pro Jahr ausgemacht. Skinplexsei eine preiswerte Konkurrenz für Übertragungsverfahren wie Bluetooth und Funketiketten. 

wolfgang.kempkens@wiwo.de 

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