Archiv: Michael Douglas

z Um glücklich zu sein, muss man egoistisch sein. Ich hätte nie gedacht, dass ich jenseits der 50 noch eine zweite Familie gründen könnte. Dann traf ich Catherine und änderte alle meine Prioritäten. Die Leute hielten mich für verrückt, weil ich die Karriere auf Eis legte. Egal. Mir geht es jetzt besser denn je. Ich bin froh, dass ich meine gesunden Instinkte noch wahrnahm, die mir sagten: Lass es dir gut gehen, solange du die Chance dazu hast! 

z Ich habe US-Präsidenten, Wirtschaftsmogule oder hohe Richter ebenso gespielt wie Tagträumer, Hippies oder Profilneurotiker. Ich glaube, dass es hilfreich war, eine Weile in der Haut all dieser Charaktere gesteckt zu haben. 

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z Das Geheimnis einer erfolgreichen Ehe besteht darin, sie nie für selbstverständlich zu nehmen. Zuweilen behandelt man Fremde mit ausgesuchter Höflichkeit und benimmt sich zu Hause wie die Axt im Walde. Dann beginnt der gegenseitige Respekt zu schwinden. Partner sollten sich jeden Tag gegenseitig ihre Wertschätzung zeigen. Wir Männer müssen lernen, dass ein Leben noch nicht erfüllt ist, nur weil man einen guten Tag im Büro hatte. Dass es auch den Liebsten gut geht, darauf kommt es vor allem an. 

z Warum ich die Fortsetzung zu „Basic Instinct“ ablehnte? Haben Sie in letzter Zeit mal meinen Hintern gesehen? Den Anblick kann ich im Kino niemandem zumuten, sonst hagelt es Schmerzensgeld-Forderungen. 

z Mein ältester Sohn ist ebenfalls Schauspieler. Natürlich sorge ich mich, dass er zunächst nur als Spross eines Stars eingestuft wird. Doch ich käme nie auf die Idee, ihm seine Ziele auszureden. Auch ich stand zeitlebens im Schatten meines Vaters Kirk, der vier Filme im Jahr drehte, als ich mir noch in die Hosen machte, und nach dem heute Straßen und Krankenhäuser benannt sind. 

z Die Boulevardpresse hat viel Auflage mit meiner angeblichen Sexsucht gemacht. Bullshit. Meine Libido ist nicht aktiver als die eines jeden anderen Mannes da draußen. Aber als Person des öffentlichen Lebens ist es unmöglich, keine Angriffsfläche zu bieten. Zur Freude meiner Anwälte. Denn statt mich zu ärgern, klage ich die Verantwortlichen von Falschmeldungen eben in Grund und Boden. Hilft ungemein. 

z Manchmal ist es gesund, die Arbeit von unterbewussten, persönlichen Motiven lenken zu lassen, aktive Katharsis zu betreiben. Als ich in den Neunzigern einen Film über einen Mann drehte, der seine Ehefrau umbringen lassen will, steckte ich mitten in meiner Scheidung. Zufall war das nicht. 

z Ich bin gottfroh, in den Sechzigern aufgewachsen zu sein und reichlich vom Menü des Lebens gekostet zu haben. Heute ist alles zu repressiv, so als lebten wir im Zeitalter der Askese. Doch ab und zu muss man sich einfach einen fettigen Hamburger genehmigen, so schlecht er für den Körper sein mag. Weil er schmeckt. Und das ist gut für die Seele. 

z Ich sollte das nicht sagen, aber Filme werden überschätzt. Ich bin eher Sportfan – man weiß nie, wie es ausgeht. Was wäre das Leben ohne die Würze des Ungewissen? 

z Ich bin froh, nicht heute in Hollywood anfangen zu müssen. Es wird einem dort viel zu leicht gemacht. Wer es schafft, vor einer Kamera stolperfrei geradeaus zu laufen, wird schon zum Star der Zukunft ausgerufen, aber echte Substanz oder Beständigkeit besitzt fast niemand. Kollegen meiner Generation hingegen wie Clint Eastwood, Robert De Niro oder Jack Nicholson mussten sich ihre Karrieren über Jahrzehnte erarbeiten. Aber was kann man anderes von einem alten Mann erwarten als ein Lamento, dass früher alles besser war? 

z Die Öffentlichkeit irrt oft, wenn sie glaubt, dass Schauspieler ihre Entscheidungen für Filme nach wirtschaftlichen Kriterien treffen. Als ich zum Beispiel als junger Mann das erste Mal einen Stoff produzierte, wurde mir das Projekt von allen Seiten als unverfilmbar und kommerziell uninteressant madig gemacht. Der Film hieß „Einer flog übers Kuckucksnest“. Es brachte mir meinen ersten Oscar. Guter Geschmack ist das einzige Pfund, mit dem man als Künstler wuchern kann. 

Roland Huschke 

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