Millionen für gute Adressen

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7,5 Millionen Dollar steckten Ex-Disney-Manager Jake Winebaum und sein Partner Sky Dayton, Gründer des Internet-Providers Earthlink, Ende 1999 in die Internet-Adresse business.com. Die beiden wollten damit eine auf die Interessen der Wirtschaft zugeschnittene Suchmaschine starten. Der Kauf gilt als Paradebeispiel für den Dotcom-Wahn der Neunzigerjahre und brachte dem Duo eine Menge Spott ein. Denn bald nach dem Kauf brachen die Preise für Internet-Adressen ein. 

Inzwischen haben Winebaum und Dayton jedoch wieder gut lachen. Nicht nur, weil business.com überlebt hat. Infolge des Booms der Online-Werbung wirft die Suchmaschine inzwischen sogar Gewinn ab. Wegen der Fülle von Web-Seiten und der wachsenden Anzahl guter Suchmaschinen ist für die Vermarktung eine kurze und einprägsame Internet-Adresse wichtig und entsprechend viel wert. 

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Für 14 Millionen US-Dollar verkaufte Gary Kremen, ein Unternehmer aus San Francisco, im Januar etwa die Internet-Adresse sex.com. Auch Andrew Miller hat den Glauben an eine gute Adresse im Web nie aufgegeben. Der Bostoner Unternehmer gründete im Frühjahr 2001 den Vermarkter Deal Jam, der heute zur Internet Real Estate Group gehört, und erwarb günstig eine Reihe von Internet-Adressen wie beer.com, shop.com, software.com und computer.com. Inzwischen hat er sie für Millionen-Beträge weitergereicht. Zum Beispiel an Interbrew. Das zum niederländischen Bierkonzern Inbev zählende Unternehmen zahlte für beer.com sieben Millionen Dollar. 

John Gotts sicherte sich gerade eine Option für den Kauf der Internet-Adresse wiki.com. Wenn er genug Kunden findet, die Werbeplätze buchen, will er die Adresse im Dezember für 2,8 Millionen Dollar erwerben. Bis dahin zahlt er an den Besitzer jeden Monat 100 000 Dollar Miete. Auf ähnliche gute Geschäfte hoffen diejenigen, die seit Juni Internet-Adressen mit der Endung mobi anmelden. Gedacht sind sie für Web-Angebote, die auf Mobiltelefone zugeschnitten sind. Ab 11. Oktober soll es damit losgehen. Ob das Kalkül der Spekulanten aufgeht, wird sich zeigen. Enttäuschungen sind programmiert: Während Sex.com 14 Millionen Dollar erzielte, war Sex.net nur noch 450 000 Dollar wert. 

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